Chronik | Welt
28.07.2017

Wolfenbüttel überschwemmt: Hochwasser-Gaffer stören Einsatzkräfte

Immer wieder behinderten Schaulustige die Arbeit der Helfer. "Wir kriegen hier jetzt zusehends eine Gafferproblematik", so der Bürgermeister.

Nach den Überschwemmungen im deutschen Harz haben die Wassermassen am Freitag in kleinere Flüsse weiter nördlich gedrückt. In Wolfenbüttel bei Braunschweig (Niedersachsen) standen Innenstadtbereiche unter Wasser, die Oker ist an einigen Stellen über die Ufer getreten. Immer wieder behinderten Schaulustige die Arbeit der Helfer.

Pink kündigte ein entschlossenes Vorgehen gegen Gaffer an. "Wir würden jetzt auch nicht mehr lange fackeln und den Leuten mit Platzverweisen kommen", sagte er. Seit Mai gilt es als Straftat, bei Unglücksfällen vorsätzlich Einsatzkräfte zu behindern, die Hilfe leisten wollen. Darauf stehen Geldstrafen oder bis zu ein Jahr Haft.

"Wir werden richtig gestört von Schaulustigen"

Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk kritisierte ebenfalls, dass die Arbeit der Rettungskräfte zunehmend durch Gaffer behindert werde. "Wir werden richtig gestört von Schaulustigen", sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Man werde die Einsatzorte wieder absperren, damit die Feuerwehrleute ihre Arbeit machen könnten und nicht mehr von Menschen behindert werden, die Fotos von der Flut machen wollten. Er habe aber auch eine enorme Hilfsbereitschaft erlebt. "Es melden sich Leute aus Dessau oder Berlin, die sagen, dass sie uns helfen wollen."

Katastrophenalarm

Wolfenbüttel hatte in der Nacht Katastrophenalarm ausgerufen. Das Hochwasser überschwemmte Teile der Innenstadt. Der Pegelstand der Oker sei stabil, aber auf hohem Niveau, sagte ein Polizeisprecher. Eine Straße am Rande der Altstadt stehe mehr als knietief unter Wasser. Häuser mussten evakuiert werden.

Seniorenheim evakuiert

Anwohner wurden aufgerufen, ihre Autos in Sicherheit zu bringen. Teilweise wurde auch der Strom abgeschaltet. Die Bewohner eines Seniorenwohnheims mussten vor dem Wasser in Sicherheit gebracht werden. In alten Häusern drücke das Grundwasser von unten in die Keller, sagte Bürgermeister Pink. Die Feuerwehr könne wegen der vielen Einsätze nicht beim Auspumpen der Keller helfen.

Wolfenbüttel liegt nördlich des Harzes, in der Nähe von Braunschweig. Nach heftigen Überschwemmungen im Harz drückt das Wasser jetzt Richtung Norden vor allem in kleinere Flüsse.

Weitere Bilder der Überschwemmungen in Wolfenbüttel: