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Chronik Welt
07/21/2020

Und der Klimaschutz? Thunberg empört über EU-Gipfel

Der angeblich stiefmütterliche Umgang der EU-Staaten mit dem Klima-Thema schmeckt der Aktivistin überhaupt nicht.

Aufrüttelnde Worte aus Schweden: Klimaaktivistin Greta Thunberg hält die Einigung der Staats- und Regierungschefs der EU für völlig unzureichend. Das Klima-Thema habe so gut wie keine Rolle gespielt, poltert Thunberg. Der EU-Sondergipfel habe lediglich ein paar "nette Worte" sowie einige vage und unvollständige Klimaziele zustande gebracht, schrieb die 17-Jährige am Dienstag auf Twitter.

"Solange die Klimakrise nicht als eine Krise behandelt wird, bleibt das notwendige Handeln außer Sichtweite", so Thunberg. Mit ihrer deutschen Fridays-for-Future-Mitstreiterin Luisa Neubauer hatte Thunberg die EU kurz vor dem Brüsseler Sondergipfel gemeinsam mit den beiden Belgierinnen Anuna de Wever und Adélaïde Charliér zu klaren Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe aufgerufen.

In einer gemeinsamen Erklärung schrieben die Aktivistinnen am Dienstag, die Staats- und Regierungschefs der EU hätten sich auf dem Gipfel weiter geweigert, dem Klimanotfall zu begegnen. Die Klimakrise bei den Verhandlungen komplett zu ignorieren, sei unentschuldbar.

Auch Österreichs Klimakämpfer unzufrieden

 Scharfe Kritik kam auch von österreichischen Fridays For Future-Aktivisten. Sie warfen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor, mit seinem Drängen auf Kürzungen beim Coronafonds "massive Kürzungen" im Bereich Klimaschutz zu verantworten. "Als junge Europäer*innen sind wir entrüstet über die Kurzsichtigkeit mancher Regierungschefs gegenüber globalen Krisen", kritisierte Veronika Winter von "Fridays For Future". "Meine Generation und alle kommenden müssen später für das Desaster bezahlen, das heutige europäische Regierungschefs mitverursachen", beklagte sie etwa die Kürzung des "Just Transition Fund" von 30 auf 10 Milliarden Euro.

In dem offenen Brief hatten Thunberg und ihre Mitstreiterinnen am vergangenen Donnerstag unter anderem den sofortigen Stopp jeglicher Investitionen in und Subventionen für fossile Brennstoffe sowie die Festlegung jährlicher, verbindlicher CO2-Budgets eingefordert. Das Schreiben hatten etliche Klimaforscher, aber auch zahlreiche Prominente wie Hollywood-Star Leonardo DiCaprio unterzeichnet. Mittlerweile sind laut Angaben von Fridays for Future mehr als 78.000 Unterschriften zusammengekommen.

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