Trekkingstock durchbohrt Oberkörper: Wanderer (32) geht trotzdem 16 Kilometer
Ein Wanderer aus Montana wurde bei einem Unfall von seinem Trekkingstock durchbohrt. Trotz der schweren Verletzung legt der 32-Jährige noch 16 Kilometer bis zur Rettung zurück. (Symbolbild)
Ein 32-Jähriger aus dem US-Bundesstaat Montana erholt sich von einem schweren Wanderunfall in den Rocky Mountains, bei dem er sich mit seinem eigenen Trekkingstock sprichwörtlich aufspießte. In Begleitung von zwei Freunden kämpfte sich der Krankenpfleger trotz der schweren Verletzung noch mehr als 16 Kilometer den Berg hinunter, bevor er medizinisch versorgt werden konnte.
Auf kleinem Stein ausgerutscht
Wie Local 12 unter Berufung auf KTMF/CNN Newsource berichtet, wollte der US-Amerikaner David Cifaldi am 20. Juli gemeinsam mit zwei Freunden den höchsten Gipfel des Bundesstaates, den 3.904 Meter hohen Granite Peak, besteigen. Doch nach rund 16 Kilometern trat er mitsamt seiner Trekkingausrüstung plötzlich auf einen lockeren Stein und stürzte. „Ich bin auf ein paar Steinen ausgerutscht. Es war einfach ein blöder Zufall“, schilderte Cifaldi später im Gespräch mit dem US-Sender.
Trekkingstock durchbohrte Oberkörper
Als er sich aufrichtete, bemerkte der 32-Jährige, der offenbar zunächst unter Schock stand, dass nur noch einer seiner Trekkingstöcke am Boden lag. Der zweite hatte sich bei dem Sturz durch seinen Oberkörper gebohrt und ragte auf der Rückseite wieder heraus. „Ich konnte den Trekkingstock durch meine Haut spüren“, erinnerte er sich.
Seine berufliche Erfahrung kam ihm in dieser Ausnahmesituation zugute: „Ich glaube, da hat mein Instinkt als Krankenpfleger geleuchtet. Sobald ich mich selbst einschätzen und feststellen konnte, dass die Situation momentan nicht lebensbedrohlich war, war ich ziemlich überzeugt, dass ich den Berg aus eigener Kraft herunterkommen würde.“
Berufliche Erfahrung kam Krankenpfleger zugute
In einer Spendenkampagne, die Cifaldis Freund Jesse Ross für ihn ins Leben gerufen hat, heißt es, dass der Krankenpfleger seine Verletzung zunächst selbst überprüfte und tief einatmete, um seine Lungenfunktion zu kontrollieren. Zudem fotografierten seine beiden Begleiter die Wunde, damit Cifaldi das Ausmaß der Verletzung besser beurteilen konnte. Sein Fazit: „Keine Blutung, volles Gefühl, kein Schwindel, keine Verletzung lebenswichtiger Organe und der Trekkingstock saß fest.“
Da weder Lunge noch Brustkorb durchbohrt waren – der Trekkingstock hatte stattdessen vollständig den Latissimus-dorsi-Muskel durchdrungen und ragte an beiden Enden heraus – entschied sich der 32-Jährige zur Selbstrettung, anstatt auf eine Bergung zu warten.
Verletzter Wanderer legte 16 Kilometer zurück
Die rund 16 Kilometer lange Strecke über teils steiniges Geröll und schwieriges Gelände nahm mehr als sechs Stunden in Anspruch. Währenddessen steckte der Stock die ganze Zeit in Cifaldis Oberkörper. Ross berichtete, dass sein verletzter Freund die Wanderung „aus eigener Kraft“ beendet habe und dabei stets optimistisch geblieben sei. „In der Nähe des Mystic Lake bat er sogar einen von uns, vorauszugehen und andere Wanderer zu warnen, damit kein Kind die Wunde sehen müsse“, erinnerte sich Ross.
Gegenüber dem Backpacker-Magazin berichtete der Krankenpfleger, dass er den Brustgurt seiner Laufweste als Armschlinge nutzte. Seine Freunde gingen hinter ihm und behielten die Verletzung sowie mögliche Blutungen im Blick. Nachdem sie bereits mehrere Stunden des Abstiegs zurückgelegt hatten, war dem Trio klar, dass sie die verbleibende Strecke trotz Cifaldis schwerer Verletzung aus eigener Kraft bewältigen würden.
Ärzte konnten Trekkingstock entfernen
Am Ausgangspunkt angekommen, wurde der 32-Jährige umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Dort konnten die Ärzte den Trekkingstock vollständig entfernen. „Ich habe großes Glück gehabt. Ein paar Zentimeter andersherum, und das wäre eine ganz andere Geschichte“, resümierte Cifaldi, der weiterhin medizinisch betreut wird und sich noch auf dem Weg der Genesung befindet.
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