Unbemerkt schwanger: US-Amerikanerin (33) verlässt Spital mit Baby
Eine US-Amerikanerin wusste nichts von ihrer Schwangerschaft und kam mit starken Bauchschmerzen ins Spital. Noch auf dem Weg dorthin kam ihr Baby zur Welt. (Symbolbild)
Eine 33-jährige US-Amerikanerin wurde wegen „unerträglicher Bauchschmerzen“ mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Noch auf dem Weg dorthin brachte sie ein Baby zur Welt, ohne gewusst zu haben, dass sie überhaupt schwanger war. Die Anzeichen ihrer Schwangerschaft hatte sie für Nebenwirkungen eines Medikaments gehalten.
Frau wusste nichts von ihrer Schwangerschaft
Bereits am 26. Jänner hatte Alysha MacDougall völlig unerwartet entbunden. Anschließend musste ihr Sohn für mehr als fünf Monate auf der Neugeborenen-Intensivstation verbringen. Er kam zwischen der 22. bis 23. Schwangerschaftswoche als extremes Frühchen zur Welt und benötigte umgehend intensivmedizinische Versorgung. Nach seiner Entlassung sprachen die Eltern nun erstmals über das Erlebte.
Schwangerschaftsanzeichen mit Medikamenten-Nebenwirkungen verwechselt
Die US-Amerikanerin berichtet gegenüber ABC News, sie habe zwar Anzeichen einer Schwangerschaft wie Übelkeit und Gewichtszunahme bemerkt, Schwangerschaftstest seien jedoch negativ gewesen. Auch einen sichtbaren Babybauch hatte sie keinen.
Stattdessen führte sie ihre Beschwerden auf Nebenwirkungen eines Medikaments zurück, welches sie aufgrund ihres polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndroms (PMOS, früher als PCOS bezeichnet) einnahm. Zudem zählt die Hormonstörung als eine häufige Ursache für Fruchtbarkeitsprobleme und kann die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft deutlich verringern. Für MacDougall war das ein weiterer Grund, eine Schwangerschaft auszuschließen.
Die Erkrankung, die mit unregelmäßiger oder ausbleibender Monatsblutung einhergeht, kann also eine sogenannte kryptische, also eine lange zeit verdrängte oder unbemerkte, Schwangerschaft begünstigen.
„Unerträgliche“ Bauchschmerzen und Blutungen
Alysha MacDougall und ihr Verlobter Carl Pina (43) berichten außerdem, dass die 33-Jährige am Tag vor der Geburt in einen Verkehrsunfall verwickelt war. Da sie jedoch keine Beschwerden hatte, habe sie sich nicht ärztlich untersuchen lassen. Am nächsten Morgen sei sie mit „unerträglichen Bauchschmerzen“ aufgewacht, habe Blutungen gehabt und sei sogar kurzzeitig ohnmächtig geworden. Ob der Unfall mit den späteren Beschwerden in Zusammenhang steht, ist unklar.
Pina alarmierte die Rettung und MacDougall brachte noch während der Fahrt mit dem Rettungswagen ins Spital völlig unerwartet ein Kind zur Welt. Während Pina selbst mit dem Auto zum Krankenhaus unterwegs war, erhielt er die überraschende Nachricht, dass seine Verlobte ein Baby bekommen hatte. Die Nachricht traf ihn völlig unvorbereitet. „Ich saß einfach nur da und dachte: ‚Habe ich das richtig gehört?‘“, erinnerte sich Pina.
Überlebenswahrscheinlichkeit lag bei 15 Prozent
Gegenüber ABC News erklärte Dr. Jaclyn Boulais, medizinische Leiterin der Neonatologie-Intensivstation am Tufts Medical Center, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit für ein derart extremes Frühchen bei etwa 15 Prozent liege. Der kleine Julian musste zunächst an ein spezielles Beatmungsgerät angeschlossen werden, da sein Zustand kritisch gewesen sei. Nach mehr als fünf Monaten auf der Neugeborenen-Intensivstation habe sich sein Zustand jedoch so weit stabilisiert, dass seine Eltern ihn mit nach Hause nehmen durften.
Zwar benötigt Julian weiterhin Unterstützung durch zusätzlichen Sauerstoff, doch laut der Medizinerin entwickelt er sich gut. „Es ist wirklich bemerkenswert, dass er das Krankenhaus ohne Hirnblutung verlassen hat und wach, ansprechbar sowie aktiv ist, aus der Flasche trinkt und sich wirklich fantastisch entwickelt“, sagte Boulais.
Eltern können ihr Glück kaum fassen
Alysha MacDougall und ihr Verlobter Carl Pina sind überglücklich über die Entwicklung ihres Sohnes: „Es ist fantastisch, ihn zu Hause zu haben. Wir genießen es sehr.“ Ihre Familie sei nun komplett. Die frisch gebackene Mutter sagte rückblickend: „Ich hätte nie gedacht, dass ich die Möglichkeit haben würde, Mutter zu werden. Es ist also, als würde ich viele kleine Mädchenträume erfüllen. [...] Ich denke, Julian ist ein Beweis für unsere Widerstandsfähigkeit und dafür, dass wir alles überwinden können. Er ist einfach ein Wunderkind.“
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