Polizist erschießt Familienhund: Bodycam-Video löst Empörung aus
Bodycam-Videos aus Los Angeles zeigen, wie ein Polizist einen Hund erschießt. Der Einsatz sorgt in sozialen Medien für heftige Kritik.
Von der Polizei in Los Angeles veröffentlichte Bodycam-Aufnahmen zweier Beamten sorgen international für Schlagzeilen und Empörung in den sozialen Medien. Nachdem eine Anwohnerin Schreie einer Frau vernommen hatte, wählte sie den Notruf. Wie sich später herausstellte, verfolgte die Bewohnerin lediglich lautstark ein Basketballspiel. Eine Gefahrensituation lag nicht vor.
Als ihr Hund, ein zwei Jahre alter Pudel-Golden-Retriever-Mix, aus der Wohnung in den Hausflur lief und auf einen der Polizisten zuging, zog dieser seine Dienstwaffe und schoss auf das Tier. Der Hund wurde dabei tödlich getroffen.
Schreie gehört: Nachbarin ruft Polizei
Der Vorfall ereignete sich bereits am späten Abend des 13. Juni im Stadtteil Canoga Park. Im Rahmen von laufenden Ermittlungen wurden die verpixelten Aufnahmen der Körperkameras der beteiligten Beamten (Triggerwarnung: Das Video enthält explizite Szenen) vom Los Angeles Police Department (LAPD) nun veröffentlicht.
Ausgerückt waren Einsatzkräfte der Topanga Patrol Division, nachdem ein Notruf eingegangen war. Die Schreie einer Frau hatten eine Nachbarin beunruhigt. "Seit 20 Minuten schreit sie immer wieder 'Oh mein Gott', als wäre etwas wirklich Schlimmes passiert", hieß es in dem aufgezeichneten Anruf.
Frau wollte Hund nicht anleinen
Wie NBC News berichtet, stellte sich im Gespräch mit der Bewohnerin jedoch heraus, dass sie lediglich ein Basketballspiel mit großer Begeisterung verfolgte und deshalb so laut reagierte. Die Polizisten forderten die Frau auf, ihren Hund, der neben ihr an der Wohnungstür stand und bellte, anzuleinen oder in einen anderen Raum zu bringen.
Zwar schloss sie kurzzeitig die Wohnungstür, so als würde sie das Tier wegsperren wollen, leistete den Anweisungen aber offenbar nicht Folge, da das Tier wenig später erneut direkt am Eingang stand. Sie versicherte den Beamten lediglich, dass ihr Hund "nicht aggressiv" sei und "keine Gefahr" darstelle.
Tier läuft auf Polizisten zu und wird erschossen
In diesem Moment huschte der zweijährige Hund, der ein blaues Trikot der Basketballmannschaft Knicks trug, durch den Türspalt und lief bellend auf einen der Polizisten zu. Daraufhin zog dieser seine Dienstwaffe und schoss viermal auf das Tier. Der Hund überlebte die Schüsse nicht. In einer weiteren Sequenz ist er regungslos im Hausflur nahe der Wohnungstür zu sehen, die verzweifelte Besitzerin weinend neben ihm.
Video sorgt für kontroverse Debatte im Netz
Die veröffentlichten Aufnahmen wurden offenbar bearbeitet und zugeschnitten. In den sozialen Medien lösten die Bilder eine kontroverse Debatte aus. Unter dem auf YouTube veröffentlichten Polizeivideo schreibt ein Nutzer: "Es tut mir leid, aber das war die Schuld der Besitzerin. Es gab absolut keinen Grund, ihn nicht ins Schlafzimmer zu sperren. Diese Besitzer denken wohl, es sei in Ordnung, ihre Hunde auf Menschen loszulassen. Der arme Hund." Ein anderer vertritt eine ähnliche Ansicht: "Die Hundehalterin hätte ihren Hund sichern sollen… Stattdessen traf sie eine Entscheidung, die zum Tod des Hundes führte. Hunde kennen keine Waffen und wollen nur ihr Herrchen beschützen."
Andere wiederum sehen die Verantwortung eher bei dem Beamten. So schreibt ein User: "Ich hätte den Polizisten verteidigt, wenn der Hund direkt auf ihm gewesen wäre, aber der Hund war buchstäblich nicht in seiner Nähe, bevor er schoss. Und viermal, Mann, echt jetzt?"
Ermittlungen laufen
Wie Merkur.de berichtet, haben inzwischen auch mehrere Lokalpolitiker eine vollständige Aufklärung des Einsatzes vom 13. Juni gefordert. Für den Hund Jameson wurde von Tierschutzorganisationen und Aktivisten zudem eine Mahnwache in der Umgebung organisiert. Ob das Vorgehen der Einsatzkräfte angemessen war und den geltenden Dienstrichtlinien entsprach, ist nun Gegenstand der Ermittlungen.
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