Bis zu 78 Dezibel rund um die Uhr: Anwohner klagen gegen KI-Rechenzentrum
In Michigan wurde eine Klage gegen ein Unternehmen erhoben, das mit einem lauten KI-Rechenzentrum für Frust bei Bewohnern und Bewohnerinnen sorgt. (Symbolbild)
Im Netz verbreiten sich zurzeit immer mehr Aufnahmen aus der Stadt Dowagiac (Michigan), die vor allem aufgrund von Lärmbelästigung durch ein großes KI-Rechenzentrum leidet. Insbesondere das mechanische Summen, das man seit vier Jahren hört, bringt Anwohner und Anwohnerinnen zum Verzweifeln.
KI-Datenzentrum wird immer lauter
Das 30-Megawatt-Rechenzentrum, das der Alliance Cloud Services, LLC, einer Tochtergesellschaft von Hyperscale Data, Inc., gehört, wurde im Jahr 2022 errichtet. Das Hyperscaler-Unternehmen befasst sich mit Cloud-Computing-Diensten und konzentriert sich dabei auf Bitcoin-Mining. Beim Mining werden neue Bitcoins in Umlauf gebracht und die Transaktionen werden anschließend von Computern bzw. Rechenzentren überprüft, um die Blockchain zu sichern. Wie MLive berichtet, soll das Rechenzentrum bald auf 340 Megawatt ausgeweitet werden.
Bis zu 78 Dezibel gemessen
Ein Anwohner erklärte gegenüber dem Medium, dass die Lärmbelästigung durch das Datenzentrum in den Jahren zugenommen hat. Hatte der Betrieb des Zentrums anfangs eine Messung von 52 Dezibel ergeben, dies lässt sich mit einer Klimaanlage oder einem laufenden Geschirrspüler vergleichen. Doch vier Jahre später erreichte der Lärm sogar Werte bis zu 78 Dezibel. Dies ist laut der österreichischen Arbeitsinspektion mit dem Geräusch einer laufenden Drehmaschine oder von Schweißen vergleichbar.
- Laut Arbeiterkammer wird Lärm zwischen 50 und 60 Dezibel als „störend“ wahrgenommen.
- Gehörgefährdender Lärm wird circa ab 80 Dezibel gemessen. Dies kann in schweren Fällen zu Hörverlust (Lärmschwerhörigkeit), Tinnitus oder Trommelfellriss führen.
Rechenzentrum lauter als alte Fabrik
Ein Video der Journalistin Aya Miller auf TikTok zeigt, wie ein Anwohner mit einem Dezibel-Messgerät auf seiner Terrasse die Lärmbelästigung erfasst. „Die einzigen akzeptablen Rechenzentren sind öffentliche Bibliotheken“, kommentiert ein User unter dem Beitrag. „Das sind 60 Dezibel. Mein Freund wohnt neben einem Flughafen, und der Lärm der Flugzeuge erreicht “nur“ 55 Dezibel😭„, merkte ein anderer Nutzer an.
Die Geräusche können auch gehört werden, wenn die Anwohner und Anwohnerinnen versuchen, zu schlafen. 24 Stunden täglich werden sie von dem Surren des Rechenzentrums begleitet. Freunde, Freundinnen und Familie zum Grillen oder auf die Terrasse einzuladen, ist kaum noch möglich. Gegenüber News Channel 3 erklärte ein Betroffener, dass das KI-Rechenzentrum sogar noch lauter sei als die Fabrik, die früher dort stand.
“Ich war es gewohnt, die Kupferbarren zu hören und die Lkw vorbeifahren zu hören„, sagte Bewohner Mitchell Gourley. “Aber der Lärm ist nicht mehr derselbe wie jetzt.„
Klage gegen Hyperscaler-Unternehmen
Mittlerweile haben sich zwei Anwohner und Anwohnerinnen dazu entschieden, das Unternehmen zu verklagen. Die am 26. Mai eingereichte Klage wirft Hyperscale Data Inc. vor, keine angemessenen Schallschutzmaßnahmen implementiert zu haben, die den Lärm ordnungsgemäß absorbieren, einfangen und/oder dessen Austritt verhindern. Zudem habe das Rechenzentrum “unzumutbaren und übermäßigen Lärm auf das Grundstück der Kläger ausgestoßen und stoße dies weiterhin aus, wodurch Sachschäden durch Belästigung und Fahrlässigkeit entstanden seien.„
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