"Babys in Ohnmacht gefallen": Urlauber sitzen bei 50 Grad in Flugzeug fest
Am 21. Juni saßen Passagiere eines SunExpress-Flugs von Frankfurt nach Antalya mehr als eine Stunde in einer stark überhitzten Maschine fest. Ursache war ein technischer Defekt, durch den die Klimaanlage ausfiel. (Symbolbild)
Am Sonntag, dem 21. Juni, sorgte eine Abflugverspätung bei einem SunExpress-Flug nach Antalya für kritische Zustände an Bord. Während die Maschine mehr als eine Stunde am Boden stand, mussten die Passagiere in der stark überhitzten Kabine ausharren. Mehrere Reisende klagten über gesundheitliche Beschwerden und wurden anschließend medizinisch versorgt.
Nach Angaben der Fluggesellschaft führte ein technischer Defekt dazu, dass die Klimatisierung ausgefallen war, wie unter anderem die Tagesschau berichtet.
Passagiere müssen in überhitztem Flugzeug ausharren
Ursprünglich sollte der Flieger um 13:55 Uhr abheben. Mehr als eine Stunde später stand die voll besetzte Boeing 737 immer noch in der prallen Sonne bei Außentemperaturen von rund 34 Grad auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens. Die Kabine heizte sich aufgrund eines technischen Defekts am Hilfsaggregat, welches unter anderem die Klimatisierung der Maschine sicherstellt, massiv auf.
"Kinder und Babys sind in Ohnmacht gefallen"
Videos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen verzweifelte Reisende mit schweißnassen Gesichtern, die sich mit Bordflyern Luft zufächern, sowie Kinder, die aufgrund der enormen Hitze oberkörperfrei durch die Gänge gehen.
Petar Petric, einer der 189 Passagiere, veröffentlichte Aufnahmen des Vorfalls auf Instagram und schrieb dazu: "Wir wurden ohne Klima bei 56 Grad über 2 Stunden im Flieger vor Start festgehalten. Kinder und Babys sind in Ohnmacht gefallen, Leute hatten Panikattacken."
Offiziell wurde keine Kabinentemperatur bekanntgegeben. Mehrere Passagiere berichten jedoch von Innentemperaturen von über 50 Grad. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor.
Medizinische Betreuung notwendig
In der Kommentarspalte zu seinem Beitrag schildert Petric, dass die Situation an Bord schließlich "eskaliert" sei: "Es wurde gegen Türen getreten, geschrien und mehrmals die Polizei gerufen." Die Ausgänge seien über eine Stunde lang verschlossen geblieben: "Trotz Schreien, Drohen und wie gesagt mehrerer medizinischer Notfälle wurden die Türen einfach kickt [sic!] geöffnet.“
Situation eskaliert: "Massenpanik ausgebrochen"
Auch andere Reisende berichten von dramatischen Szenen. Gegenüber RTL erklärte ein Urlauber: "Die Lüftung hatte von Anfang an nicht funktioniert, wir wurden die ganze Zeit aufgehalten mit Ausreden, dass es in fünf Minuten losgeht. Die Mitarbeiter wollten nach anderthalb Stunden die Türen nicht öffnen. Es ist irgendwann eine Massenpanik ausgebrochen. Und als wir dann gehört hatten, dass das erste Baby ohnmächtig geworden ist, wurde der Notruf gewählt."
Nach über einer Stunde und mehreren Notrufen: Rettungskräfte eingetroffen
Erst nachdem mehrere Notrufe bei der Polizei eingegangen waren, kam Bewegung in die Situation. Gegen 15:15 Uhr stand die Maschine noch immer in der Nachmittagshitze. Laut Tagesschau konnten die 189 Reisenden das Flugzeug erst verlassen, als Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei eingetroffen waren.
Das Polizeipräsidium Frankfurt am Main teilte am Montag in einer Presseaussendung mit, dass mehrere Fluggäste aufgrund der Temperatur im Kabineninnenraum über Unwohlsein und gesundheitliche Beschwerden klagten und anschließend medizinisch versorgt werden mussten.
Stellungnahme der Fluggesellschaft SunExpress
Medienberichten zufolge konnten die betroffenen Fluggäste ihre Reise nach der medizinischen Versorgung noch am selben Tag fortsetzen.
In einer Stellungnahme der Fluggesellschaft, die RTL vorliegt, entschuldigte sich SunExpress am Montag für den Vorfall: "Was die Fluggäste an Bord unseres Fluges XQ147 von Frankfurt nach Antalya am 21. Juni erlebt haben, tut uns aufrichtig leid."
Weshalb die Ausgänge über einen längeren Zeitraum geschlossen blieben und warum die Crew in dieser Weise auf die Situation reagierte, wird nun sowohl intern als auch im Rahmen polizeilicher Ermittlungen geprüft. Die Fluggesellschaft kündigte an, den Vorfall umfassend aufzuarbeiten und mögliche Konsequenzen aus den Untersuchungsergebnissen zu ziehen.
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