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Nach Baby-Notfall im Flugzeug: Passagier kritisiert Crew

Bei einem Flug nach Ibiza kam es kurz nach der Landung zu einem Notfall. Jetzt äußerte sich ein Passagier zu dem Vorfall.
Flugzeugkabine mit Passagieren in den Sitzreihen und einer Flugbegleiterin im Gang.

Notfälle oder außergewöhnliche Situationen im Flugzeug sind immer eine große Herausforderung, vor allem für das Bordpersonal. Das zeigte auch ein Fall am 13. Juni, als ein Baby nach der Landung in Spanien reanimiert werden musste. 

Baby nach Landung reanimiert

Wie die Schweizer Zeitung 20 Minuten berichtet, ereignete sich der Vorfall an Bord eines Swiss-Fluges, der im Auftrag ihrer Schwestergesellschaft Edelweiss durchgeführt wurde. Die Maschine flog nach Ibiza, wo kurz nach der Landung ein Notfall gemeldet wurde: Ein Baby wurde ohnmächtig, die Mutter schrie nach Hilfe. Das Kind konnte erfolgreich durch die Crew und helfende Passagiere und Passagierinnen reanimiert werden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war das Baby wieder bei Bewusstsein. 

Flug nach Notfall annulliert

Am Sonntag, dem 14. Juni, hätte die Maschine von Ibiza nach Zürich zurückfliegen sollen. In einem Video, das der Zeitung zugespielt wurde, hielt ein Passagier fest, dass der Flug annulliert wurde. „ Als wir gestern (Samstag) hier in Ibiza landeten, gab es einen Notfall mit einem Baby. Die Crew reagierte sofort und begann mit der Reanimation. Das Baby konnte gerettet werden und wurde anschließend mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus von Ibiza gebracht“, erklärte der Pilot, der daraufhin um Verständnis der Reisenden bat. 

„Dieser Vorfall hat unsere Crewmitglieder tief betroffen gemacht. Sie haben daher gestern Abend beschlossen, den unmittelbar anschließend geplanten Rückflug nicht durchzuführen“, erklärte die Fluggesellschaft gegenüber 20 Minuten. Bei der Sicherheit gehen wir jedoch keine Kompromisse ein.“

Passagier kritisiert Bordcrew

Ein Mann namens Giovanni, der bei dem Notfall Erste Hilfe geleistet hat, äußerte sich gegenüber 20 Minuten zu dem Vorfall. Er betonte, dass die Crew „überfordert“ gewirkt habe: „In den Medien stand überall, dass die Crew das Baby reanimiert hat. Das stimmt nicht, Zivilcourage hat das Baby gerettet, nicht die Crew.“

Laut dem Passagier soll das Bordpersonal nicht sofort realisiert haben, dass es einen Notfall in der Maschine gibt. Während die verzweifelte Mutter um Hilfe rief, eilte Giovanni zu Hilfe und setzte lebensrettende Maßnahmen wie eine Herzdruckmassage bei dem Kind ein. Laut dem Mann habe das Baby bereits „blaue Lippen“ gehabt. In der Zwischenzeit brach Chaos im hinteren Teil der Maschine aus: Reisende wollten bereits ihre Koffer schnappen und sich zum Aussteigen anstellen, das Flugpersonal versuchte, die Passagiere und Passagierinnen dazu zu bringen, sich wieder hinzusetzen. 

Als die Crew schließlich bei uns war, schien zunächst niemand den Ernst der Lage zu erkennen. Keiner der Flight Attendants versuchte erst, uns bei der Wiederbelebung zu unterstützen. Stattdessen hielten sie uns noch irgendwelche Dokumente zur Unterschrift hin“, kritisierte Giovanni, dessen Partnerin den Notruf verständigte. Knapp zehn Minuten später trafen die Rettungskräfte ein. 

Fluggesellschaft verteidigt Mitarbeiter

Eine zweite Passagierin erklärte ebenfalls gegenüber dem Medium, dass die Crew „nur herumgestanden“ sei. Ein Pressesprecher von Swiss Air erklärte jedoch, dass die Angestellten „keine Helfer wegstoßen oder laufende Wiederbelebungsmaßnahmen unterbrechen“ würden, wenn bereits Erste Hilfe geleistet wird. Immerhin könne nur eine Person eine Herzdruckmassage ausführen. Das Personal sei laut dem Unternehmen für solche Notfälle geschult. 

Die Dokumente, die Giovanni hingehalten wurden, sei ein „medizinischer Fragebogen für die Ambulanz“ gewesen. „Dieser hilft den Rettungssanitätern, sich beim Eintreffen rasch einen Überblick zu verschaffen“, erklärte ein Pressesprecher von Swiss Air weiter. 

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