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Chronik Welt

"Absichtsvolle Bosheit": Jury verurteilt Amber Heard - aber Johnny Depp muss auch zahlen

Amber Heard muss 15 Millionen Dollar zahlen, aber auch Depp wurde zu einer Zahlung von 2 Millionen verurteilt.

von Dirk Hautkapp

06/01/2022, 08:49 PM

Johnny Depp gewinnt den Verleumdungs-Prozess gegen seine Ex-Frau. Die sieben Geschworenen haben am Mittwoch einstimmig entschieden, dass der Star-Schauspieler fĂ€lschlicherweise von Amber Heard in einem Artikel in der Washington Post hĂ€uslicher Gewalt bezichtigt worden ist. Heard habe mit â€žabsichtsvoller Bosheit” gehandelt und soll insgesamt 15 Millionen Dollar EntschĂ€digung und Strafe an Depp zahlen. Ăœberraschungseffekt: Gemeinsam ĂŒbereinander bis aufs Blut herziehen, aber getrennt das mit Hochspannung erwartete Urteil empfangen: Im Mega-Prozess zwischen den schauspielernden Ex-Eheleuten saß am Mittwochnachmittag nur eine Streitpartei im Bezirksgericht von Fairfax/Virginia vor den Toren Washingtons - es war die 36-jĂ€hrige Heard.

 UrteilsverkĂŒndung ohne Johnny Depp

Hauptakteur Depp (58) hatte nach den SchlussplĂ€doyers am vergangenen Freitag einen kulturellen Tapetenwechsel in Großbritannien gesucht und mehrere Konzerte gemeinsam mit seinem Freund, der Gitarren-Legende Jeff Beck, gegeben. 

Die erst am Mittag ergangene AnkĂŒndigung des Gerichts, dass die Geschworenen nach insgesamt nur zwölf Stunden Beratung zu einem Urteil gefunden hatten, erreichte den „Fluch der Karibik”-Superstar zu spĂ€t, um seinen zahlreichen Fans vor dem Gericht erneut sein berĂŒhmtes Grinsen zu prĂ€sentieren. 

Letztere brachen in Jubel und â€žJohnny! Johnny!-Rufe” aus, als die ersten Neuigkeiten aus dem Gerichtssaal nach außen drangen.

Probleme mit Formularen

Der entscheidende Schlussmoment des in den sozialen Medien tĂ€glich von Millionen Menschen weltweit dauerkommentierten Verfahrens begann mit einem Rohrkrepierer. 

Weil die Geschworenen auf den offiziellen Formularen das finanzielle Strafmaß nicht angekreuzt hatten, wurden sie von Richterin Penney Azcarate wieder zurĂŒck auf die Beratungsbank geschickt. 

Nach gut zehn Minuten war die Panne, fĂŒr die es noch keine ErklĂ€rung gibt, behoben. Die IdentitĂ€t der Geschworenen bleibt fĂŒr ein Jahr unter Verschluss.

Auch Johnny Depp muss zahlen

Mit ihrem Urteil stellte sich die Jury fast vollends hinter die Argumentation Depps und seiner Verteidiger, wonach Heard eine LĂŒgnerin sei, blieben aber deutlich unter der von Depp verlangten EntschĂ€digung von 50 Millionen Dollar.

Völlig ungeschoren kommt der Schauspieler, der von Beginn an die Sympathien von Hunderttausenden auf seiner Seite hatte, nicht davon. In einem Punkt ihrer Gegenklage, die 100 Millionen $ Kompensation fĂŒr angeblich erlittene RufschĂ€digung forderte, folgte die Jury der zuletzt aus dem Film „Aquaman” bekannten Mimin. Depp muss ihr dafĂŒr zwei Millionen Dollar zahlen.

"Jury gab mir Leben zurĂŒck"

Kurz nach der UrteilsverkĂŒndung meldete sich der "Sieger" des Gerichtsprozesses, Johnny Depp, via Instagram zu Wort und bedankte sich bei den Geschworenen. Sie haben ihm "sein Leben nach sechs Jahren zurĂŒckgegeben".

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Erste Reaktion von Amber Heard

Amber Heard meldete sich nach dem Urteil auf Twitter zu Wort. Sie sei enttĂ€uscht, vor allem darĂŒber, was das Urteil fĂŒr andere Frauen bedeuten wĂŒrde: Es sei ein "RĂŒckschlag" fĂŒr Frauen, die sich wehren.

Der Zivilprozess zwischen Depp ("Fluch der Karibik") und Heard ("Aquaman") lief sechs Wochen.

In seiner Zivilklage hĂ€lt Depp seiner Ex-Frau vor, in einem 2018 von der "Washington Post" veröffentlichten Kommentar zum Thema hĂ€usliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Wegen Verleumdung klagt Depp auf rund 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz, Heard hat eine Gegenklage auf 100 Millionen Dollar eingereicht. Depp hat in dem Verfahren mehrfach betont, nie körperliche Gewalt gegen Heard angewandt zu haben. Heard behauptet das Gegenteil.

Die beiden Schauspieler hatten sich 2009 bei den Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film "The Rum Diary" kennengelernt. 2015 heirateten sie, doch nach 15 Monaten Ehe reichte Heard die Scheidung ein.

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