Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Gelb, Orange, Rot: Was uns das Wetterwarnsystem sagen will

Die Geosphere warnt vor der Hitze. Worauf man achten sollte.
++ THEMENBILD ++ HITZE

Die Karte von Österreich ist am Montag fast vollständig in Gelb und Orange getaucht, bei Linz, Amstetten und nahe Graz finden sich zudem Blitze. Nur in einem kleinen Teil Tirols, rund um Reutte, gibt es am Montag keine Wetterwarnung, was sich ab Donnerstag allerdings ändert.

Jeden Tag liefert die Geosphere Austria Informationen dazu, wie das Wetter in den kommenden Stunden und Tagen wird. Dieser Tage gilt in weiten Teilen Österreichs eine Hitzewarnung. Doch was bedeutet das Farbenspiel konkret? Und wie wird festgelegt, welche Warnstufe wann zutrifft?

Wie GeoSphere vor Wettergefahren warnt

Grundsätzlich gilt: Die GeoSphere Austria stellt mit ihrem Warnsystem "Informationen zum Schutz der Bevölkerung vor möglichen Wettergefahren zur Verfügung", wie es auf der Website heißt. Dabei geht es jedoch nicht nur um rein meteorologische Angaben; es werden auch mögliche Auswirkungen der Wettersituationen angegeben, wie beispielsweise auf den Verkehr. 

Je nach Warnstufe - es gibt Gelb, Orange oder Rot - liefert Geosphere auch konkrete Handlungsempfehlungen, "um den Schaden der zu erwartenden Warnsituation an Mensch, Hab und Gut größtmöglich zu minimieren oder zu verhindern." Dabei werden die Siedlungsräume berücksichtigt, für hochalpine Regionen gibt es keine Warnungen. 

Außerdem werden auch "besondere Wetterhinweise" veröffentlicht. Diese beschreiben außergewöhnliche Wettersituationen, die nicht vom Warnsystem abgedeckt werden.

Was das Farbenspiel bedeutet

  • Grün: Keine aktive Warnung. "Es ist derzeit kein warnrelevantes Wetter zu erwarten. Bitte beachten Sie den Wetterbericht."
  • Gelb: Vorsicht! Es sind "vereinzelt wetterbedingte Beeinträchtigungen und/oder Schäden zu erwarten".
  • Orange: Achtung! Die aktuelle Wettersituation kann zu Beeinträchtigungen des Alltags führen und/oder Schäden verursachen. Die Geosphere warnt: "Verfolgen Sie die aktuellen Wetterprognosen!"
  • Rot: Gefahr! "Aufgrund der aktuellen Wettersituation kommt es zu Beeinträchtigungen des Alltags und/oder zu Schäden in größerem Ausmaß", so die Beschreibung der Warnstufe. Die Geosphere rät, die Wetterprognosen zu verfolgen und Anweisungen des Zivilschutzes zu berücksichtigen. 

So heiß wird es in den kommenden Tagen

Am Dienstag scheint verbreitet die Sonne, mächtige Quellwolken und nachfolgend lokale Wärmegewitter entstehen vorwiegend über den Bergen. Der Wind weht wieder schwach bis mäßig, meist aus nördlichen Richtungen. Die Temperaturen liegen morgens zwischen 14 und 22 Grad und erreichen tagsüber zwischen 29 und 34 Grad.

Am Mittwoch könnte der Dauersonnenschein nur über den Bergen von lokalen Wärmegewittern unterbrochen werden. Der Wind weht bis Freitag meist nur schwach und die Frühwerte zwischen zwölf und 22 Grad steigen im weiteren Verlauf auf 28 bis 35 Grad.

Ab Donnerstag sollen die Temperaturen noch weiter ansteigen, dementsprechend dehnt sich die orange Färbung auf der Karte immer mehr aus. Die Sonne bleibt Sieger, nur über den Bergen entstehen lokale Wärmegewitter. 15 bis 23 Grad am Morgen und Tageshöchsttemperaturen 29 bis 35 Grad sind angesagt.

Der Trend zu Sonne samt Hitze hält auch am Freitag an, selbst am Nachmittag gibt es nur wenige Quellwolken und diese vor allem im Westen und Südwesten des Landes. Dort könnten vereinzelt Regenschauer oder Wärmegewitter möglich sein. Mit 14 bis 21 Grad startet der Tag und liefert dann Höchstwerte zwischen 32 bis 37 Grad.

Auch in der Arbeit braucht es Schutz

Klar ist, dass Hitze auch für viele Berufssparten ein Problem darstellt. Deshalb gilt seit 1. Jänner 2026 eine Hitzeschutzverordnung in Österreich, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schützen soll. Diese behandelt unter anderem verpflichtende Hitzeschutzpläne, die Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen ab 30 Grad Celsius, Arbeitszeitverlagerungen, Beschattung, die Bereitstellung von Trinkwasser sowie persönliche Schutzmaßnahmen wie leichte Schutzkleidung oder Kopfbedeckungen. Auch die Kühlung von Fahrerkabinen und selbstfahrenden Arbeitsmitteln sowie erweiterte Kontrollmöglichkeiten durch das Arbeitsinspektorat sind Teil der Verordnung.

Am Montag meldete sich dazu die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber: Diese kritisiert, dass die Verordnung angesichts der Zunahme an Hitzetagen nicht weit genug reicht. "Es gibt Verbesserungen, was das Arbeiten im Freien betrifft, aber gerade in geschlossenen Räumen und Büroräumlichkeiten braucht es bessere Bestimmungen im Arbeitnehmerschutzgesetz", sagte Teiber bei einem Medientermin. 

Sie fordert generell mehr verpflichtende Pausen oder vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Trinkmöglichkeiten. "Da gibt es mehrere Optionen, aber im Gesetz ist da in Wahrheit wenig verankert", hielt sie fest. Auch verpflichtende Hitzefrei-Regelungen ab einer bestimmten Temperatur - wie in der Vergangenheit unter anderem von der Baugewerkschaft (GBH) verlangt - blieben "prinzipiell" eine Forderung. Man müsse sich allerdings überlegen, in welchen Bereichen dies Sinn mache und praktisch umsetzbar sei. "Wenn ein Kindergarten zusperrt, steht die ganze Stadt", so Teiber. "Da geht es darum, wie man das für einzelne Berufsgruppen regeln kann, damit unsere Gesellschaft weiter funktioniert."

Kommentare