Bis zu 40 Grad: Italien ruft für diese Gebiete Alarmstufe Rot aus
Mit über 4.500 hitzebedingten Todesfällen war Italien im Jahr 2025 besonders stark betroffen.
Zusammenfassung
- Italien erlebt zum astronomischen Sommerbeginn eine starke Hitzewelle mit bis zu 40 Grad in den kommenden acht bis zehn Tagen.
- Besonders betroffen sind die Po-Ebene, Binnenregionen Mittelitaliens und Sardinien, wo die Temperaturen teils bis zu zehn Grad über dem Junidurchschnitt liegen und regional die Hitzewarnstufe Rot gilt.
- Experten warnen vor erheblichen Gesundheitsrisiken durch die anhaltende Hitze und rufen besonders ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke zu Schutzmaßnahmen auf.
Pünktlich zum astronomischen Sommerbeginn erlebt Italien eine der stärksten Hitzewellen des Jahres. Nach Angaben von Meteorologen sorgt eine subtropische Hochdrucklage mit heißer Luft aus Nordafrika für außergewöhnlich hohe Temperaturen. In den kommenden acht bis zehn Tagen werden vielerorts Höchstwerte von bis zu 40 Grad Celsius erwartet.
Besonders betroffen sind die norditalienische Ebene des Flusses Po, die Binnenregionen Mittelitaliens sowie Sardinien. Dort liegen die Temperaturen teilweise bis zu zehn Grad über den für Ende Juni üblichen Durchschnittswerten. Bis zu 36 Grad heiß war es am Wochenende in Teilen Südtirols - und es bleibt heiß. Für manche Gebiete gilt daher ab Montag die Hitzewarnstufe "rot". Die Wetterlage gilt als außergewöhnlich stabil, lediglich in den Alpen und entlang des Apennins sind vereinzelt kurze Gewitter möglich.
Meteorologe spricht von "extremer und ungewöhnlicher Hitze" im gesamten Land
Der Meteorologe Federico Brescia vom Wetterdienst "il Meteo" sprach von einer "extremen und ungewöhnlichen Hitze" im gesamten Land. Die warme Luft aus Nordafrika werde zusätzlich durch absinkende Luftmassen verstärkt, was die Temperaturen weiter ansteigen lasse. Experten warnen vor den gesundheitlichen Folgen der anhaltenden Hitze. Die Behörden rufen ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke dazu auf, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, ausreichend zu trinken und körperliche Anstrengungen während der heißesten Tagesstunden einzuschränken.
- Genug trinken: zwei bis drei Liter pro Tag, bei körperlicher Belastung mehr.
- Sonnencreme verwenden
- Auf die Ernährung achten: Gedünstetes Gemüse, Getreidesalate aus Bulgur, Couscous oder Hirse, Tofu-Spieße oder Suppen sind ideal.
- Wohnung kühl halten: Wer ohne Klimaanlage in der Wohnung auskommen muss, sollte tagsüber die Fenster schließen und die Räume verdunkeln.
- Körper und Kleidung: Füße in kaltes Wasser halten, ein feuchtes Tuch in den Nacken legen. Bei der Kleidung sollte man auf Leinen, Baumwolle oder Seide setzen. Diese Stoffe sind atmungsaktiv, nehmen Feuchtigkeit auf und fördern die Luftzirkulation, was zu einer natürlichen Kühlung führt.
- Direkte Sonne meiden: Besonders zwischen 11 und 17 Uhr möglichst im Schatten bleiben und körperliche Aktivitäten auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
- Körperliche Anstrengung reduzieren: Sport und schwere körperliche Arbeit möglichst vermeiden oder auf kühlere Tageszeiten verschieben.
- Kopf schützen: Im Freien einen Hut, eine Kappe oder ein Tuch tragen.
16.000 hitzebedingte Todesfälle in der EU
Nach europäischen Schätzungen wurden im vergangenen Jahr mehr als 16.000 Todesfälle in der Europäischen Union mit extremen Temperaturen in Verbindung gebracht. dMailand verzeichnete mit mehr als 1.100 Opfern die höchste Zahl hitzebedingter Todesfälle unter den europäischen Großstädten. Während einer besonders intensiven Hitzewelle wurden dort innerhalb von nur zehn Tagen mehr als 300 zusätzliche Todesfälle registriert.
"Hitze wird oft als stiller Killer bezeichnet, weil ihre Auswirkungen nicht sofort sichtbar sind", sagte der Hygieniker Fabrizio Pregliasco von der Universität Mailand. Extreme Temperaturen führten jedoch zu deutlich mehr Krankenhauseinweisungen, gesundheitlichen Komplikationen und Todesfällen. Entscheidend seien deshalb Prävention, eine gute Information der Bevölkerung sowie der Schutz besonders gefährdeter Menschen.
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