Feuerwehr beim Sturmeinsatz in Wien

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Sturmtief "Oscar" hielt Österreich in Atem
12/01/2015

Sturmtief "Oscar" hielt Österreich in Atem

170 km/h auf dem Feuerkogel gemessen. Hausfassade in Wien löste sich.

von Daniela Wahl

Von Sonntagnacht bis Dienstagmittag ging es in Österreich zum Teil ruppig zu. Orkanböen haben speziell dem Osten des Landes zugesetzt, die Feuerwehren waren vielerorts im Dauereinsatz. So musste die Feuerwehr alleine in Wien zu mehr als 600 Sturm-Einsätzen ausrücken, wie UBIMET-Meteorologe Martin Schreiter berichtet. Mit dem großen Sturm ist es nun aber vorbei: Am Alpenostrand sind bis in die Nacht hinein zwar noch stürmische Böen zu erwarten, mit maximal 70 bis 90 km/h halten sich die Windspitzen allerdings in Grenzen.

Stürmische Nacht

"Erneut waren die Regionen vom Salzburger Flachgau bis ins Nordburgenland am stärksten betroffen, aber auch in einigen Tälern hat sich der West- bis Nordwestwind teils stürmisch bemerkbar gemacht", fasst UBIMET-Meteorologe Martin Schreiter die Geschehnisse der Nacht zusammen. Die höchsten Windspitzen traten in der zweiten Nachthälfte in Wien und Umgebung auf, mit Windgeschwindigkeiten um die 100 km/h. Aber auch in Tannheim, im Tiroler Außerfern, wurden Böen bis zu 104 km/h gemessen.

Höchste Windspitzen der vergangenen Tage (Stand 1.12., 16 Uhr):

Höhe

Ort (Bundesland)

Maximale Wingeschwindigkeit

1618 m

Feuerkogel (OÖ)

173 km/h

3105 m

Sonnblick (S)

133 km/h

285 m

Wiener Neustadt (NÖ)

130 km/h

201 m

Wien-Unterlaa (W)

126 km/h

233 m

Bad Vöslau (NÖ)

122 km/h

1445 m

Schöckl (ST)

119 km/h

3440 m

Brunnenkogel (T)

108 km/h

1101 m

Tannheim (T)

104 km/h

320 m

Retz/Windmühle (NÖ)

101 km/h

660 m

Wolfsegg (OÖ)

101 km/h

317 m

Enns (OÖ)

94 km/h

675 m

Hollenthon (NÖ)

94 km/h

184 m

Eisenstadt (B)

86 km/h

1198 m

Virgen (T)

83 km/h

1050 m

St.Michael/Lungau (S)

79 km/h

721 m

Alberschwende (V)

76 km/h

Einsätze in Niederösterreich dauerten an

In Niederösterreich sind die Feuerwehren sturmbedingt alleine in der Nacht 25 Mal ausgerückt. Schwerpunkte waren neuerlich südliche Bezirke. In der Nacht war auf einem Privatgrundstück in Baden ein Baum auf einen 4.000 Liter fassenden Flüssiggastank gestürzt(Bild). Laut Resperger wurde das Ventil abgeschlagen. Weil daraufhin Flüssiggas austrat, wurden mehrere Häuser stromlos geschaltet. Auch Straßenzüge wurden gesperrt. Nach "kontrolliertem Ausgasen" schlossen Schadstoffspezialisten der Feuerwehr das Ventil wieder. Der Einsatz in der Kurstadt dauerte laut Resperger etwa sechs Stunden.

Im Bezirk Mödling haben auch am Dienstag die Sturmeinsätze angedauert. Bis zum frühen Nachmittag mussten elf Feuerwehren mit 150 Mitgliedern etwa 50 Mal ausrücken, berichtete das Bezirkskommando. Verletzte waren nicht zu beklagen. Nach einer ruhigen Nacht war bereits um 5.20 Uhr die erste Alarmierung erfolgt. Die FF Wiener Neudorf musste lose Dachziegel sichern. Einsätze in der Folge betrafen wie schon am Vortag Werbetafeln, Baustellenzäune, Lichtkuppeln, Äste, Bäume und Dachrinnen.

Hausfassade in Wien gelöst

Seit Sonntag hat die Wiener Berufsfeuerwehr nicht weniger als 600 Einsätze absolviert, von denen etwa 450 durch den Sturm bedingt waren. Auch am Dienstagvormittag gab es laufend neue Anrufe. Am spektakulärsten gestaltete sich wohl ein Einsatz in der Marxergasse in der Landstraße, bei dem sich in einem Innenhof eine Wärmedämmfassade auf etwa 100 Quadratmetern gelöst hatte. Das Gebilde aus Styropor, Fassadennetz und Verputz hatte sich an das gegenüberliegende Haus "gelehnt". Laut Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf war der Innenhof so eng, dass nichts anderes übrig blieb, als die Fassade komplett abzubauen.

Baum begrub Auto unter sich

Starke Sturmböen haben in der Laufbergergasse in Wien-Leopoldtsadt einen rund acht Meter hohen Baum entwurzelt, der auf das Dach eines Autos fiel. Der Wagen wurde laut Polizei schwer beschädigt. Das Dach wurde eingedrückt und sämtliche Seitenscheiben barsten. Auch ein Zaun wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Laufbergergasse war gegen 1.15 Uhr zwischen Sportklubstraße und Böcklinstraße gesperrt. Die Berufsfeuerwehr zersägte den Baum und räumte die Straße wieder frei.

Bilder: Sturmschäden in Wien und NÖ

Lkw-Anhänger in OÖ von Straße geweht

In Wallern (Bezirk Grieskirchen) hat eine Windböe einen Lkw-Anhänger während der Fahrt erfasst und regelrecht von der Straße geweht. Er geriet zunächst auf das Bankett und stürzte schließlich in den Straßengraben. Der Lenker aus Bad Griesbach in Deutschland blieb unverletzt, wie die oberösterreichische Polizei berichtete.

Die kommenden Tage bringen eine deutliche Wetterberuhigung und einiges an Sonnenschein, teils länger nebelig-trüb bleibt es speziell am Freitag im östlichen Flachland. Mit Höchstwerten zwischen 3 und 15 Grad bleibt es meist zu mild für Anfang Dezember.

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