© Kurier/Franz Gruber

Chronik Österreich
08/11/2021

Warum es einen Sprössling aus ur-rotem Haus zu den Neos verschlägt

In Oberösterreich kämpft Pink um den Einzug in den Landtag – der Spitzenkandidat ist Enkel einer Ex-Kreisky-Staatssekretärin.

von Martin Gebhart

Am 26. September sind in Oberösterreich Wahlen. Neos kämpfen um den Einzug ins Landesparlament. Im KURIER sagt Felix Eypeltauer, der pinke Spitzenkandidat, sein Wahlziel liege bei sechs Prozent. Das reiche, um eine schlagkräftige Opposition zu sein. Und eine solche fehle dem Land, denn jede Partei ab etwa zehn Prozent Stärke sei automatisch in der Regierung. Neos wollen in der Opposition aber nicht nur „kontrollieren“, sondern „auch innovative Ideen vorantreiben“.

Im Wahlkampf setzen Neos auf das Thema Bildung. „Es ist erstaunlich, dass Oberösterreich zwar das Industrieland Nummer 1 ist, aber nicht das Bildungsland Nummer 1.“ Bei der Kinderbetreuung, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, liege Oberösterreich nur an vorletzter Stelle. Eypeltauer versteht nicht, warum die türkis-blaue Landesregierung in so einem wohlhabenden Bundesland die Gratis-Nachmittagsbetreuung abgeschafft hat. Das habe dazu geführt, dass für mindestens 4.000 Kinder in Oberösterreich keine Nachmittagsbetreuung mehr da sei. „Eltern müssen sich entscheiden: Wer bleibt zu Hause, wer arbeitet Teilzeit oder gar nicht mehr.“

Erste Erfahrungen hat Eypeltauer im Wahlkampf bereits gesammelt – nämlich eine breite Ablehnung in der Bevölkerung gegenüber einer Politik, „die sich um sich selber dreht, wo es um Inszenierung geht, wo man Menschen wie kleine Kinder behandelt statt auf Augenhöhe, und wo es nur um Posten und Freunde geht“. Auch die heftige Wortwahl rund um den Ibiza-Ausschuss hätte viele gestört.

In der Corona-Debatte spricht sich Eypeltauer „kategorisch“ gegen eine allgemeine Impfpflicht aus, befürwortet aber eine Impfpflicht im Gesundheitsdienst und „überall dort, wo enge Kontakte mit Risikopatienten und Kranken stattfinden“. Der springende Punkt beim Impfen sei Information und Aufklärung auf Augenhöhe.

Felix Eypeltauer ist nicht der erste Politiker in seiner Familie. Urgroßvater Ernst Koref war von 1930 bis 1934 sozialdemokratischer Nationalratsabgeordneter und von 1945 bis 1962 Linzer Bürgermeister. Großmutter Beatrix Eypeltauer war Staatssekretärin unter Bruno Kreisky. Auch der Vater ist bekennender Sozialdemokrat. Warum ist der Sprössling einer ur-roten Familie bei den Neos gelandet? Felix Eypeltauer: „Mir sind Themen wie Leistung, Innovation und Unternehmertum sehr wichtig. Und ich wollte die Freiheit des Denkens. Ich will die Freiheit, zu sagen, was ich mir denke, ich will darüber diskutieren und die beste Lösung suchen. Ich habe halt gelernt, dass das bei der Sozialdemokratie nicht gern gesehen ist.“ Dass er bei den Neos gelandet ist, habe die Familie nicht gestört.

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