CORONA: BEGINN DER AUSFAHRTSBESCHRÄNKUNG FÜR DIE GEMEINDE

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Chronik Österreich
03/26/2021

Warum der Westen und Süden nicht in die Osterruhe wollen

Salzburg verweist auf bessere Zahlen auf Intensivstationen und stabilen Ausblick. Verstärkte Kontrollen in mehreren Ländern.

von Matthias Nagl, Anja Kröll, Petra Stacher

Es ist nur ein kleiner Lichtblick, aber ein Lichtblick. Seit zwei Tagen nimmt die Zahl der aktiv Infizierten in Salzburg wieder ab. Gerade dieses Bundesland steht wegen seiner hohen Infektionszahlen seit Monaten im Fokus und bewegt sich derzeit auf einem Niveau mit den östlichen Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland, die in die Osterruhe geschickt werden.

Vergleichbare Maßnahmen sind in Salzburg aber derzeit nicht geplant. "Wir haben seit einer gewissen Zeit eine Seitwärtsbewegung bei den Infektionszahlen", erklärt ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Auch die übrigen Bundesländer haben derzeit keine weiteren Maßnahmen geplant, ergab ein KURIER-Rundruf. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) könnte diese theoretisch freilich auch ohne Zustimmung der Länder umsetzen. Manche Experten und etwa auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner fordern genau das. Die übrigen Bundesländer hätten nur einen zeitlichen Vorteil, die Zuspitzung der Lage wäre nur eine Frage der Zeit, so der Tenor.

In Salzburg sei die Lage auf den Intensivstationen noch nicht so dramatisch wie im Osten, sagt der Haslauer-Sprecher. Am Freitag waren es in Salzburg 24 Intensivpatienten, der Höchststand während der zweiten Welle lag im Dezember kurz vor Weihnachten bei 32 Patienten. In der letzten Ausbaustufe würden in Salzburg 49 Intensivbetten zur Verfügung stehen, heißt es von den Landeskliniken.

Stabiler Ausblick

"In Salzburg sind wir in einer sehr, sehr guten Position, was die Intensivkapazitäten betrifft", sagt der Haslauer-Sprecher. Der Ausblick der Experten sei auch einigermaßen stabil. "In nächster Zeit gibt es nicht die Prognose, dass sich das dramatisch ändern wird."

Eine Entwarnung ist das freilich nicht. "Wir sind seit einem Jahr in der Pandemie und wissen, wie schnell sich die Dinge ändern können", sagt der Sprecher. Dazu gibt es in Hotspot-Gemeinden mehrere Maßnahmen.

Für das Gasteinertal gelten weiterhin Ausfahrtsbeschränkungen, in zwölf über das ganze Land verteilten Gemeinden mit dynamischem Infektionsgeschehen gibt es verstärkte Polizeikontrollen sowohl im öffentlichen Raum als auch hinsichtlich der Einhaltung der Quarantänemaßnahmen.

CORONA: AUSREISEBESCHRÄNKUNG AUF DAS GANZE GASTEINERTAL AUSGEWEITET

Verstärkte Kontrollen

Wie Salzburg hält auch Oberösterreich vorerst von der "Osterruhe" Abstand. Derzeit seien keine strengeren Regelungen geplant, heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Man werde aber Tag für Tag die Situation mit Experten neu bewerten. Zudem kontrolliere die Exekutive über das Osterwochenende verstärkt die derzeit geltenden Maßnahmen.

Auch in Kärnten sind keine Verschärfungen geplant, aber auch keine Lockerungen für die Feiertage. Zusätzlich werden die Gemeinden aufgefordert, die Bevölkerung verstärkt zu sensibilisieren, die Vorgaben einzuhalten. Dabei soll der Fokus auch auf die Besitzer von Zweitwohnsitzen in Kärnten gelegt werden.

Generell gilt im Süden Österreichs, wie im Rest des Landes: Treffen sind nur zwischen 6 und 20 Uhr zwischen maximal vier Erwachsene und deren maximal sechs Kindern erlaubt.

Die Hygienemaßnahmen sind einzuhalten, die nächtliche Ausgangsbeschränkung gilt weiterhin und die FFP2-Maske ist dort zu tragen, wo sie vorgeschrieben ist bzw. der Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Kontrolliert wird die Einhaltung schwerpunktmäßig sowohl von der Polizei als auch von den Gesundheitsbehörden.

Auch in der Steiermark, Tirol und Vorarlberg gibt es aktuell keine Pläne für Verschärfungen. Am Rande eines Medientermins äußerte sich aber auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zu dem Thema: Auf die Frage, ob er auch anderen Bundesländern schärfere Maßnahmen wie den Oster-Lockdown im Osten empfehle, sagte Ludwig, er empfehle niemandem etwas. Es sei wichtig, über Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten, letztlich trage aber die Bundesregierung die Verantwortung und habe auch die Möglichkeit, strengere Maßnahmen umzusetzen.

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