Ludwig Muxel ist seit über 27 Jahren im Amt

© Bildagentur Mühlanger/Bildagentur Mühlanger

Chronik Österreich
09/13/2020

Vorarlberger Bürgermeisterwahlen: Polit-Erdbeben in Lech

Langzeit-Ortschef Ludwig Muxel erreichte nur 35,4 Prozent und muss in die Stichwahl gegen seinen langjährigen Vertrauten

von Christian Willim

Mit einem Paukenschlag ging die Gemeinde- und Bürgermeisterwahl am Sonntag in Lech am Arlberg zu Ende. Langzeit-Bürgermeister Ludwig Muxel musste sich in dem Nobelskiort zwei Herausforderern stellen - einer davon sein langjähriger Vertrauter Stefan Jochum. Der erreichte 47,6 Prozent. Muxel kam nur auf 35,4 Prozent.

Die beiden müssen nun am 27. September in einer Stichwahl gegeneinander antreten. Der dritte Kandidat im Rennen - Bruno Stolz - kam auf 16,9 Prozent.

Ein neuer Wind

Dass es in Lech überhaupt eine echte Wahl mit Listen und Bürgermeister-Kandidaten gab, ist eine Besonderheit. Hier war bislang das Modell der Mehrheitswahl - ein Vorarlberger Unikum - die Praxis. Dabei tragen die Wähler Personen auf einen leeren Zettel ein. Jene mit den meisten Stimmen erhalten ein Mandat. Der Bürgermeister wird dann vom Gemeinderat gewählt.

Doch bei diesem Urnengang traten gleich vier Listen an. Und Ludwig Muxel - seit über 27 Jahren im Amt - sah sich mit zwei Gegenkandidaten konfrontiert. Jochum, der nun beste Aussichten auf den Bürgermeister-Sessel hat, wäre bei den letztlich abgesagten Wahlen im März noch gar nicht auf dem Stimmzettelt gestanden.

Aufregung um Gemeindezentrum

Doch im Sommer ist erneut eine Diskussion über die künftige Gestaltung des Gemeindezentrums inklusive Einkaufszentrum entbrannt. Wirtschaftstreibende im Ort sahen in der geplanten Verkaufsfläche eine ernsthafte Bedrohung für ihre Existenz. Das dürfte der Hintergrund dafür sein, dass es nun offenbar eine Wechselstimmung im Ort gibt.

Jochum, Standesbeamter der Gemeinde, ist eigentlich ein langjähriger Vertrauter von Muxel. Kurios: Bei der Listenwahl hat die Liste des (noch) amtierenden Bürgermeisters (Liste Lech) die meisten Stimmen (42,2 Prozent und acht von 18 Mandaten) erhalten. Jene von Jochum (Unser Dorf) kam auf 30,4 Prozent und fünf Mandate. Die übrigen Mandate verteilen sich auf zwei Listen.

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