© Screenshot KURIER/Carmen Brenner

Tirol
07/22/2019

Video: Wanderer provozierte Kuh mit seinem Hund

Das Handyvideo einer Innsbruckerin dokumentiert den Vorfall. "Zum Glück ist nichts passiert", sagt sie.

von Christian Willim

Freitagabend in der Axamer Lizum bei Innsbruck: Mehrere hundert Menschen pilgern zu einer Gedenkveranstaltung für den tödlich verunglückten Tiroler Alpinisten David Lama auf den Berg. Auch Carmen Brenner ist mit Freunden unterwegs. Und sie wird dabei Zeugin eines Vorfalls, der für Empörung sorgt.

Die 33-Jährige hat ein Video auf Facebook gepostet, dass einen Wanderer zeigt, der sämtliche Verhaltensregeln gegenüber Kühen auf einer Weide in den Wind schlägt.

Der Unbekannte steuert mit einem kleinen, angeleinten Hund auf einer Wiese direkt auf eine Kuh zu. Als das Rind ein paar Schritte in die Richtung des hektisch herumspringenden Hundes geht, versucht der sofort reißaus zu nehmen. Anstatt den Rückzug anzutreten, bleibt der Wanderer stehen, während sein Hund die Kuh anbellt.

Spätestens seit zwei tödlichen Kuh-Attacken auf Tiroler Almen in den Jahren 2014 und 2017 ist klar, wie gefährlich solche Konfrontationen sein können. In beiden Fällen wurden Hundehalterinnen von Rindern getötet. Der erste Angriff mündete in einem Zivilprozess gegen den Tierhalter, der in erster Instanz zu einem hohen Schadenersatz verurteilt wurde.

"Es ist ein Glück, dass nichts passiert ist", sagt Carmen Brenner, die in der Axamer Lizum Zeugin der Provokation wurde und sie gefilmt hat. "Der Mann ist davor schon mit seinem Hund vor uns durch eine Jungkuh-Herde gegangen und hat sie total aufgescheucht", erzählt die Innsbruckerin.

"Wir haben ihn gewarnt und ihm zugerufen, dass er mit seinem Hund weggehen soll. Aber er hat uns total ignoriert", sagt Brenner. Der Mann sei dann abgebogen. Aus der Ferne konnte die Tirolerin dann sehen, wie der Wanderer auf einer Wiese auf eine Kuh zugeht. "Ich habe gesehen, dass er das absichtlich tut und mir gedacht, dass ich das mit dem Handy filme."

Kopfschütteln

Die Reaktionen auf der Facebook-Seite von Brenner gehen unisono in eine Richtung. "Wie blöd kann man sein?", fragt eine Userin. Und auch Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, äußert sich eindeutig zu dem Vorfall: „Bei solchen Bildern kann ich nur den Kopf schütteln. Hier werden nicht nur alle Verhaltenstipps ignoriert, sondern offenbar ist auch der Hausverstand im Tal geblieben."

Zum Glück ist nichts passiert, sagt der Tiroler. Durch die "enorme Resonanz auf das Video, werden wieder mehr Menschen auf die Thematik aufmerksam gemacht. So hat das Ganze noch etwas Gutes.“

Nach den Kuh-Attacken der jüngeren Vergangenheit haben Alm- und Landwirtschaft, Tourismus und Politik versucht, die Bevölkerung für den richtigen Umgang mit Weidevieh auf Österreichs Almen zu sensibilisieren. Das Video zeigt, dass die Botschaft noch nicht in alle Köpfe gesickert ist.