Chronik | Österreich
07.06.2017

Tirol: Frau bei Kuh-Attacke tödlich verletzt

70-Jährige und weitere Frau wurden ersten Informationen zufolge von "einer oder mehreren Kühen" angegriffen.

Ein tragisches Unglück überschattet den Start der Tiroler Almsaison. Zwei einheimische Frauen, die mit ihren Hunden unterwegs waren, wollten am frühen Mittwochnachmittag von der Kranzhornalm im Gemeindegebiet von Erl (Bezirk Kufstein) absteigen. „Als sie eine Weide überquert haben, wurden sie von einer oder mehreren Kühe angegriffen. Eine der beiden Frauen blieb unverletzt, die andere erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen“, berichtet Polizeisprecherin Daniela Plankensteiner.

Die Frauen, beide 70 Jahre alt, leben im Bezirk Kitzbühel. Der genaue Hergang des Unglücks konnte vorerst noch nicht geklärt werden. Die überlebende Wanderin ist laut Polizei die einzige Zeugin. Sie stand unter Schock und konnte nicht befragt werden.
Neuer ZündstoffDie beiden Einheimischen dürften von der bewirtschafteten Kranzhornalm – einer urigen Tiroler Hütte – abgestiegen sein. Ob sie dort auch eingekehrt sind, konnte die Polizei nicht sagen. Der Todesfall bringt neuen Zündstoff für die Debatte um die Gefahr des Wandertourismus auf Almen.

Am Innsbrucker Landesgericht ist derzeit, wie berichtet, ein Zivilprozess anhängig. Der Witwer einer deutschen Urlauberin, die 2014 im Stubaier Pinnistal von einer Mutterkuhherde attackiert und dabei getötet wurde, hat den Besitzer der Tiere auf Schadenersatz geklagt. Auch die 45-Jährige war mit einem Hund unterwegs.
Experten warnen davor, dass insbesondere Mutterkühe Hunde als Bedrohung für ihre Kälber betrachten können. Die Polizei muss noch abklären, ob auch bei dem nunmehrigen tödlichen Angriff Mutterkühe im Spiel waren. Laut KURIER-Informationen wurden dort zumindest im Vorjahr Mutterkühe gehalten.