© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Österreich
01/13/2021

Verfassungsschützer befürchteten einen weiteren Terroranschlag

Schwere Vorwürfe gegen Verdächtigen, dessen DNA auf Waffen des Attentäters festgestellt wurde.

von Michaela Reibenwein, Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Familie Z. ist den Wiener Verfassungsschützern (LVT) in Wien wohlbekannt: Insgesamt sechs Familienmitglieder reisten Mitte der 2010er-Jahre nach Syrien und in den Irak, um für den IS zu kämpfen. Einige dürften dort gestorben sein, andere befinden sich in Haft oder gelten als vermisst.

Auch ein Verdächtiger im Zuge der Terrorermittlungen gehört der Familie – sie stammt ursprünglich aus Afghanistan – an. Der 26-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft, nachdem seine DNA auf den Tatwaffen des Wien-Attentäters gefunden wurde – der KURIER berichtete. Und anscheinend gingen die Ermittler sogar davon aus, „dass Z. selber einen Anschlag im Sinne der Terrormiliz IS-Islamic State planen und ausführen könnte.“

Nicht einschlägig vorbestraft

Dass Z. aus einer Familie stammt, die mit österreichischen Werten wenig am Hut hat, gesteht auch sein Anwalt Nikolaus Rast zu. Aber: Mit dem Attentat habe Z. nichts zu tun. Er befinde sich nur deshalb in U-Haft, weil seine Familie einschlägig bekannt sei. Z. selbst ist zwar vorbestraft – allerdings wegen Drogendelikten.

Allerdings: Die DNA auf der Maschinenpistole, der Haube des Attentäters und der Machete stammt von Z. Wie sie dorthin kommen konnte? „Weil mein Mandant wegen eines Ehestreits dreieinhalb Wochen in der Wohnung von Kujtim F. gewohnt hat“, sagt Rast. Und er betont: Eine Woche vor dem Attentat sei er wieder ausgezogen.

Doch er habe Spuren hinterlassen. „Und wenn der Attentäter später die Tatwaffen in das Handtuch oder das Bettzeug gewickelt hat, das mein Mandant verwendet hat, wäre dort auch seine DNA zu finden.“

Rast ist zudem über die Ermittlungen verwundert. So hielt man Z. anfangs nicht für brandgefährlich. Obwohl eine Festnahmeanordnung bestand, habe man Z. noch wochenlang observiert und abgehört – ohne belastende Ergebnisse, wie auch der Verfassungsschutz in seinem Bericht festhält – und plötzlich sei er der mögliche nächste Attentäter. „Für seine Familie kann er nichts“, sagt Rast. Er bezweifelt, dass Z. auf angeblichen Beweisfotos von Islamisten zu sehen ist. Rast: „Ich habe ein Gutachten beantragt.“

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