Chronik | Österreich
11.09.2017

Verbotene Waffen beim Harley-Treffen verkauft

Die Polizei stellte ein ganzes Arsenal sicher, darunter als Handys getarnte Elektroschocker.

Versteckt hinter seinem Stand und verpackt in Schachteln hatte der Kärntner die heiße Ware: Schlagstöcke, Schlagringe, Schlagruten, aber auch Kugelschreiber und Mobiltelefone - die in Wirklichkeit jedoch Elektroschock-Geräte waren.

Lauter Waffen also, deren Besitz in Österreich verboten ist und ihr Verkauf erst recht. Der Händler dürfte die Ware im Internet besorgt und sich hundertfach eingedeckt haben: Die Polizei entdeckte bei einer Schwerpunktkontrolle in Faak am See mehrere hundert solcher getarnter Elektroschocker und Schlagwaffen.

Der 30-jährige Verdächtige hat sich ausgerechnet die von der Polizei gut beobachtete "European Bike Week" in Kärnten ausgesucht, um seine Waffen anzubieten. Der Kärntner dürfte wegen des großen Besucherandrangs beim 20. Harley-Treffen mit vielen potenziellen Kunden gerechnet haben, immerhin kamen während der Event-Woche mehr als 100.000 Menschen zur Veranstaltung an den Faaker See.

Der 30-Jährige wurde beobachtet, als er versuchte, die Waffen möglichst versteckt zu präsentieren. Dabei war er offensichtlich nicht unauffällig genug, denn Beamte bekamen das mit und entdeckten mehrere abgedeckte Kartons voller Waffen. Wie viel der Verdächtige bei dem Harley-Treffen tatsächlich verkauft hat, konnte die Polizei vorerst jedoch nicht herausfinden. Der Händler wurde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt, seine Ware eingezogen. Nach Ende des Strafverfahrens werden die Waffen vernichtet.

Um zehn Prozent mehr

Abgesehen von diesem Zwischenfall zog die Polizei aber eine positive Bilanz über das 20. Harley -Treffen. Es gab trotz der Menge an Teilnehmern und Zuschauern keinerlei Ausschreitungen; insgesamt waren bis zu 20.000 Harley-Fahrer zeitgleich in der Tourismusgemeinde. 120.000 Teilnehmer und Fans waren seit Dienstag vergangener Woche in und um Faak am See unterwegs, das waren um rund zehn Prozent mehr als bei der Veranstaltung im Vorjahr.

Frau starb bei Unfall

Viele von ihnen übernachteten in Wohnwägen und Zelten: Heuer wurde jedoch kein einziger Diebstahl gemeldet, es gab auch nur eine Anzeige wegen Körperverletzung. Allerdings gab es auch einen Todesfall im Rahmen der Bike Week: Am Samstag starb bei eine Motorradlenkerin aus der Schweiz bei einer Unfall während einer Ausfahrt.

Am Montag wurde dann jener Mann aus der U-Haft entlassen, dem versuchte Vergewaltigung vorgeworfen wurde: Die betroffene Belgierin gestand, den Übergriff während des Biker-Treffens erfunden zu haben, der Sex mit dem 27-Jährigen sei einvernehmlich gewesen.

Außerdem wurden heuer acht Motorräder gestohlen. Die Polizei kündigte für das nächste Harley-Treffen im kommenden Jahr entsprechend mehr Überwachung an.