© Franz Neumayr

Chronik Österreich
11/04/2020

Veranstalter im Lockdown: 520-mal hoffen auf die Ausfallhaftung

Allein in Salzburg wurden für den November 520 Veranstaltungen abgesagt. Ausfallhaftung und Planungssicherheit würden helfen.

von Matthias Nagl

Am Donnerstag hätte das zwölfte Salzburger Krimifest starten soll. Die drei Tage im Literaturhaus mussten wegen des zweiten Lockdowns kurzfristig abgesagt werden – so wie weitere 520 Kulturveranstaltungen, die im November in Salzburg geplant gewesen wären. „Es ist für die Häuser und die Künstler ein Desaster“, sagt Thomas Randisek vom Dachverband der Salzburger Kulturstätten.

Wie in vielen anderen Bereichen ist das für die Kulturschaffenden ein Déjà-vu zur Situation im März. Im konkreten Fall des Literaturhauses heißt das, alle Programmhefte wandern ungelesen ins Altpapier, Hotelreservierungen mussten storniert werden. Dabei ging es schon seit dem ersten Lockdown im März eher darum, den Betrieb aufrecht zu erhalten als Geld zu verdienen.

„Aufgrund der Kapazitätsbeschränkungen und der Hygienekonzepte war der Betrieb schon bisher in keinem Fall kostendeckend“, erklärt Randisek. Aus kaufmännischer Sicht wäre es besser gewesen, den Betrieb nach dem ersten Lockdown gar nicht erst aufzunehmen.

Schwierige Planbarkeit

Diese Frage haben sich die 79 Mitgliedsbetriebe im Dachverband aber nicht gestellt. „Kultur ist für uns ein Lebensmittel. Sie hat gefehlt, es war wichtig, sie wieder anzubieten“, sagt Randisek. Nicht zuletzt deshalb hat sich der für Kultur zuständige Salzburger Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Dienstag für klare Ansagen bezüglich der Wieder-Öffnung ausgesprochen.

„Ein Theater oder einen Musikklub kann man nicht von heute auf morgen hochfahren. Die Initiativen brauchen Planungssicherheit“, sagte Auinger. Es sei wichtig, zu wissen, was ab Dezember wieder möglich sei und ab wann Kulturveranstaltungen wieder möglich sind. Doch auch Randisek gesteht, dass derartige Ansagen für die Politik angesichts der Infektionslage schwierig seien.

„Deshalb kann man nur hoffen, dass die Ausfallhaftungen tragend werden“, sagte der Kulturvertreter. Die diesbezüglichen Gespräche der IG Kultur mit der Politik würden sich schwierig gestalten, weiß Randisek. Auch Auinger fordert mehr Unterstützung von der Bundesregierung. „Der Bund hat sich leider bei der Unterstützung der Kultur- und Sportvereine sehr viel Zeit gelassen“, sagt der Vizebürgermeister.

Unterstützung verlängert

Die Stadt hat bereits beschlossen, ihre Unterstützungsmaßnahmen für Sport und Kultur bis Ende 2021 zu verlängern. Dazu stellt Salzburg einen Gesamtbetrag von 2,5 Millionen Euro aus der Betriebsmittelrücklage zur Verfügung. Das sei sehr zu begrüßen, meint Randisek, allerdings nimmt er die Stadt bei der generellen Förderung in die Pflicht.

Erst für das heurige Jahr sei die Förderung etwa für den Dachverband um mehr als ein Viertel gekürzt worden. „Für 2021 steht die Förderung wieder zur Disposition, das ist schon eine Tragik“, sagt Randisek.

Einzelne Freizeiteinrichtungen der Stadt bereiten sich allerdings bereits auf das Wiederaufsperren vor. So wird seit dieser Woche bei der Eishalle die erstmals geplante, 240 Meter lange Eislaufrunde durch das Volksgartenbad – in Anlehnung an den Wiener Eistraum – aufgebaut. „Wir wollen so aufgestellt sein, dass wir innerhalb von drei Tagen startklar sind“, sagt Auinger. Die neue Runde könnte nach dem Lockdown als erster Teil der Eishalle wieder öffnen.

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