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Historische Trockenheit: Wie Gemeinden nun reagieren

Das erste Halbjahr 2026 war extrem trocken, viele Flüsse führen Niedrigwasser. Mehrere Kommunen veranlassten Maßnahmen, um die Trinkwasserversorgung zu sichern.
Ein Rasensprenger verteilt Wasser auf einer grünen Wiese.

Oberbürgermeister Dominik Krause ist deutlich: „Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert.“ Er habe, so der Stadtchef der bayerischen Millionenstadt, deshalb entschieden, „weitergehende, verpflichtende Sparmaßnahmen zu ergreifen“, damit sich die Wasserpegel erholen können.

Das meint Verbote, die mittels Allgemeinverfügung am Dienstag verhängt wurden und für zwei Wochen gelten. Pools dürfen nicht mehr befüllt werden, zwischen 9 und 19 Uhr ist das Gießen von Gärten untersagt, ebenso Auto waschen.

Was kommt auf Österreich zu?

Vorschriften, die angesichts der geltenden Trockenheit längst auch in einigen österreichischen Gemeinden Realität sind, da einige Kommunen bereits zum Wassersparen aufrufen.

Das erste Halbjahr 2026 fiel in Österreich nämlich so trocken aus wie selten zuvor; in manchen Regionen ist die Niederschlagsmenge um um bis zu 50 Prozent niedriger als im langjährigen Vergleich. Im Wiener Becken sowie in Teilen Salzburgs, Niederösterreichs und Oberösterreichs war seit 140 Jahren nicht mehr derart trocken.

„Am Rande einer Ausnahmesituation“

Das wirkte sich auch auf die Flüsse aus: Im Juni lagen deren Pegel laut WWF an 85 Prozent der Messstellen österreichweit unter dem Normalwert, bei 40 Prozent waren die Pegelstände sogar „sehr niedrig“. Günter Blöschl, Leiter des Instituts für Wasserbau und Ingenieurhydrologie an der TU Wien, beschreibt die Lage als „am Rande einer Ausnahmesituation. Es ist eine Tatsache, dass das Jahr sehr ungewöhnlich ist.“

Auch die Grundwasserstände sind in weiten Teilen des Landes niedrig. Mit ein Grund für mehrere österreichische Gemeinden, die Notbremse zu ziehen.

Vorschriften in Österreich

Wo muss Wasser gespart werden? Ein Überblick.

  • Gaishorn am See (Steiermark) unterbricht seit Anfang dieser Woche die Wasserverorgung in der Nacht (22 bis 6 Uhr), in der Zeit werden die Hochbehälter wieder befüllt, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Weiters sollen die Bewohnerinnen und Bewohner den „Wasserverbrauch auf das absolut notwendige Mindestmaß reduzieren“, bat die Gemeinde. Trinkwasser solle nur für „lebensnotwendige Zwecke“ verwendet werden, auf Rasen sprengen, Blumen gießen und Auto waschen soll verzichtet werden.
  • Stall im Mölltal (Kärnten) kämpft aktuell ebenfalls mit einer angespannten Wasserversorgung. Die Wassergenossenschaft rief erst zu Beginn der Woche dazu auf, keine privaten Schwimmbecken zu füllen und auch Gärten nicht mehr zu gießen.
  • Millstatt am See (Kärnten) bittet die Bewohnerinnen und Bewohner, Trinkwasser nicht zum Waschen von Autos oder Terrassen zu verwenden. Auch auf das Gießen der Gärten möge verzichtet werden, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Schreiben. „Jeder eingesparte Liter hilft“, appelliert die Gemeinde an die Vernunft der Mitbürger.
  • Hofkirchen im Mühlkreis (Oberösterreich) ersucht um Wassersparen, die Versorgung der Gemeinde erfolgt nämlich bereits zu 30 Prozent durch die Hilfe einer Nachbargemeinde. Zudem werden Poolbesitzer aufgefordert, „ihrer Meldepflicht nachzukommen und Befüllungen künftig ausschließlich in Abstimmung mit dem Gemeindeamt durchzuführen“.
  • In Pöggstall (Niederösterreich) warnte die Gemeinde Ende Juni davor, die Trinkwasserversorgung nachts abzuschalten, so nicht Wasser gespart werde. Die Mahnung zeigte Wirkung, der Verbrauch ging zurück.
  • St. Veit an der Gölsen (Niederöstereich) kündigte an, die Befüllung von Pools besser zu koordinieren. Wenn zu viele Schwimmbecken gleichzeitig am Wasser erhalten, bringt das das Leitungsnetz ans Ende der Kapazitäten.
  •  In Griffen (Kärnten) galt im Mai eine Verordnung, wonach unter anderem das Auffüllen von Pools untersagt wurde. Für Verstöße drohten Geldstrafe bis zu 2.180 Euro.

Um die fehlende Niederschlagsmenge auszugleichen, müsste es über die kommenden Wochen hinweg dauerhaft regnen, doch so eine Wetteränderung geben die Modelle der Meteorologen nicht her.

In Wien wurden Ende Juni überraschend vorsorgliche Maßnahmen ausgerufen, um Wasser zu sparen. Diese sind mittlerweile aber beendet. Und um das Trinkwasser müsse man sich ohnehin nicht sorgen, denn „die Wiener Wasserversorgung ist sicher“, heißt es von der zuständigen MA 31.

Wie geht es mit der Hitze weiter?

Auch wenn in den kommenden Tagen immer wieder Gewitter mitmischen - für Mittwochnachmittag wurde der Schwerpunkt der Unwetter im Süden prognostiziert, hier können sie auch heftig ausfallen - bleibt es in weiten Teilen Österreichs hochsommerlich, schwül und sehr warm.

Am Donnerstag liegen die Tageshöchstwerte je nach Region zwischen 24 und 32 Grad, die Gewittergefahr sinkt. Freitag steigen die Tempertauren auf 25 bis 33 Grad, es sind wieder mehr Unwetter möglich. Am Samstag präsentiert sich Österreich laut aktueller Daten zweigeteilt: Im Westen und Süden sinken die Tageshöchstwerte auf bis zu 28 Grad ab, im Osten bleibt es bei Tageshöchstwerten um 30 Grad.

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