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Extreme Dürre in Österreich: So trocken wie seit 176 Jahren nicht

Österreich erlebt die niederschlagsärmste Phase seit Beginn der Messgeschichte. Besonders betroffen ist der Osten.
Ein rotes Auto fährt auf einer einsamen Landstraße durch eine weitläufige, trockene Ackerlandschaft.

Poysdorf im Weinviertel - seit 8. Juli hat es dort nicht mehr geregnet, es ist so trocken wie nie zuvor. Die Gemeinde steht beispielhaft für die Bilanz, die die Geosphere Austria am Montag zog: Österreich erlebt die niederschlagsärmste Phase seit Beginn der Aufzeichnungen vor 176 Jahren. Verschärft wird die Situation vom heißesten Sommer überhaupt.

„Die vergangenen Monate werden als die trockensten seit Messbeginn 1850 in die Geschichte eingehen“, resümmiert Klimaforscher Klaus Haslinger.

Nur die Hälfte des üblichen Niederschlags

Über das gesamte Bundesgebiet gerechnet fiel bisher nur 210,9 Millimeter Niederschlag (Stand 9. August), üblich wäre mit 405 Millimeter beinahe die doppelte Menge. Damit löst 2026 die bisherigen Rekordhalter 2003 (265,8 Millimeter) und 2015 (275 Millimeter) ab.

Die Verteilung innerhalb des Landes bzw. die Niederschlagsdefizite sind jedoch unterschiedlich:

  • Niederösterreich meldet um 43 Prozent weniger Niederschlag als üblich.

  • Oberösterreich liegt bei einem Minus von 42 Prozent.

  • Wien und das Burgenland verzeichnen jeweils um 39 Prozent weniger Niederschlag.

  • Vorarlberg liegt bei minus 35 Prozent.

  • In Salzburg gab es um 33 Prozent weniger Niederschlag.

  • Die Steiermark liegt bei minus 29 Prozent.

  • Tirol kommt auf minus 23 Prozent.

  • In Kärnten ist das Defizit mit 21 Prozent am geringsten.

Größte Defizite im Osten

Am größten ist das Problem somit im Osten Österreichs: In Krems (Niederösterreich) etwa, fielen über das gesamte Jahr nur 177 Millimeter Niederschlag, das ist ein neuer Tiefstwert; gemessen wird dort seit 1867. Ähnliche neue Tiefststände wurden von den Messstellen Wiener Neustadt (Flugplatz), Stift Zwettl, Retz und Waidhofen an der Ybbs gemeldet.

Auch wenn in den kommenden Tagen Regen erwartet wird, die seit Monaten herrschende Trockenheit wird das nicht ausgleichen. „Das vorhandene Niederschlagsdefizit könnten selbst durchschnittliche Niederschläge nicht so schnell beheben“, begründet Geosphere Austria-Experte Haslinger.

Vage Prognosen für Herbst

Mit Oktober könnte es zwar zu einer grundsätzlich feuchteren Wetterlage kommen, darauf deuten langfristige Modelle hin. Aber diese seien noch vage: „Prognosen im Alpenraum sind grundsätzlich sehr unsicher, wenn es über einen Vorhersagehorizont von einem Monat hinausgeht.“

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