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Chronik Österreich

Toter Bub in Tirol: Polizei startete wegen Flasche Zeugenaufruf

Bei der handelsüblichen Frizzante-Flasche handelt es sich um keinen neuen Fund. Die Polizei bittet um Hinweise.

10/07/2022, 04:41 PM

Eineinhalb Monate nach dem tragischen Vorfall in St. Johann in Tirol (Bezirk Kitzbühel), bei dem ein sechsjähriger Bub tot in der Kitzbüheler Ache gefunden worden war, hat die Polizei am Freitag erneut einen Zeugenaufruf gestartet. Der Anlass: jene am Tatort gefundene Flasche, mit der der Täter zuvor den Vater des Kindes bewusstlos geschlagen hatte. Es handle sich bei der handelsüblichen Frizzante-Flasche aber um keinen neuen Fund, sagte eine Polizeisprecherin zur APA.

Zuletzt war bekannt geworden, dass die Eltern des Buben nach einem möglichen Zeugen suchen. Denn der 37-jährige Vater erinnerte sich daran, eine Stunde vor dem Überfall einen Mann gesehen zu haben. Die Vorgehensweise wurde mit dem LKA abgestimmt. LKA-Leiterin Katja Tersch betonte gegenüber der APA, dass diese Person nicht unter Tatverdacht stehe. Man bearbeite "mit Nachdruck" eingehende Hinweise, eine heiße Spur gebe es aber noch nicht.

Der 37-jährige Vater war mit seinem in einem Kinderwagen befindlichen Buben Ende August an einem Sonntag um 4 Uhr auf einer Promenade der Marktgemeinde neben der Ache spazieren gegangen, als es zu der Tat kam. Dass der Mann um diese Zeit mit dem Buben unterwegs war, ist laut LKA ein "ganz übliches Verhalten" und nichts Ungewöhnliches. Der Mann habe angegeben, dass er dies öfters gemacht habe, um sein geistig beeinträchtigtes Kind zu beruhigen.

Flucht in unbekannte Richtung

Plötzlich näherte sich der Täter dem Vater im Bereich des Hauptschulsteges von hinten an und versetzte ihm einen gezielten und wuchtigen Schlag mit einer Flasche auf den Hinterkopf. Der 37-Jährige blieb bewusstlos liegen. Daraufhin dürfte der Täter die Geldtasche und das Mobiltelefon des Mannes an sich genommen haben. Er flüchtete in unbekannte Richtung. Das Handy und die Geldtasche wurden schließlich in unmittelbarer Nähe des Tatortes gefunden.

Schließlich stieg der Sechsjährige nach bisherigem Ermittlungsstand selbstständig aus dem Kinderwagen und stürzte in die Ache. Zwischen Ache und Promenade befand sich nur eine Böschung. Das Kind wurde abgetrieben und schließlich rund 600 Meter flussabwärts nur noch tot geborgen. Gegen 5.20 Uhr wurde der Vater von einem Passanten bewusstlos aufgefunden.

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