Hühner

© Gut Aiderbichl

Chronik Österreich
10/27/2020

Tieraktivisten retteten 1.500 Biohendl vor Schlachtung

Für den Schlachthof bestimmte eierlegende Biohühner wurden in Micheldorf aufgenommen und an Tierfreunde weitervermittelt.

von Nikolaus Tuschar

Wer an eierlegende Bio-Hühner denkt, denkt meist an glückliche Tiere, die ein glückliches Leben im Freien bis ans Ende ihrer Tage führen. Doch das ist nicht immer so. Eine Tierschützerin hat vor Kurzem in Erfahrung gebracht, dass auf einem Bauernhof in Oberösterreich über 1.500 als Legehennen bestimmte Hühner zur Schlachtung frei gegeben wurden, nachdem sie nach 18 Monaten nicht mehr die entsprechende Legeleistung erbracht haben - das ist branchenüblich.

Allerdings waren die Aktivisten entsetzt über den Zustand einiger Hühner. Die Tierretter haben daraufhin einen Aufruf gestartet, damit Tierfreunde die Hühner aufnehmen und versorgen können. Zahlreiche Freiwillige haben sich gemeldet und so konnte jetzt der Großteil der Tiere abgeholt und an private Plätze vermittelt werden, weitere 200 Tiere fanden auf "Gut Aiderbichl" Henndorf und "Gut Aiderbichl" Kärnten ein neues Zuhause. 

Ab in die Hendlpension

Mit 18 Wochen bekommt der Bauer die Hühner, die bereits Eier legen. "Leider ist es in der heutigen Zeit fast schon normal, dass Bio-Hühner nach 18 Monaten zum Schlachter kommen, da ihre Legeleistung nicht mehr ausreichend rentabel ist," erzählt Gut Aiderbichl Geschäftsführer Dieter Ehrengruber.

Hühner können allerdings zwischen sechs bis sieben Jahre alt werden. Das möchte man den 1.500 Tieren jetzt ermöglichen.

Falsches Bio-Verständnis

Die kurze Lebensdauer der Hühner ist nicht der einzige Kritikpunkt der Tieraktivisten. "Dem Konsumenten wird auf der Verpackung vorgekaukelt, dass sich die Hühner alle frei bewegen können," moniert Tieraktivistin Anita Hartner. Die Dimensionen der Haltung sind den Tierschützern ein Dorn im Auge.

"Hühner leben in hierarchischen Strukturen," so Hartner. Das heißt für Freilandhühner, dass sich nicht alle Tiere aus dem Stall ins Freie trauen, das gilt vor allem bei größeren Populationen. Jedoch werden trotzdem alle als Freilandhühner gekennzeichnet - zumindest auf der Verpackung.

Hartners Lösungsansatz: Die Verkleinerung der Hühneranzahl, die allerdings auch mit einer Erhöhung des Preises für den Endkonsumenten einhergehen würde.

Die geretteten Hühner

Die Tierretter von Gut Aiderbichl waren erschüttert, wie schlecht der Zustand einiger Biohühner war, die in der heutigen Gesellschaft wie Wegwerfprodukte behandelt werden. „Diese Denkweise, die wir von Betreibern von Legehennen kennen, widerstrebt unserer Tierschutz-Grundeinstellung in jeder Hinsicht," so die Aktivisten in einer Aussendung.

Die geretteten Hühner

Leider ist es in der heutigen Zeit fast schon normal, dass Biohühner nach 18 Monaten zum Schlachter kommen, da ihre Legeleistung nicht mehr ausreichend rentabel ist.“, erzählt Gut Aiderbichl Geschäftsführer Dieter Ehrengruber.

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