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Chronik Österreich
10/28/2020

Szekeres zu Ideen gegen Ärztemangel: „So kann es gelingen“

Die Ärztekammer will Vorschlag der nö. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) unterstützen, sieht aber offene Punkte.

von Theresa Bittermann

Mit einem Acht-Punkte-Plan (siehe unten) wagte die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Wochenende einen Vorstoß in Richtung Bundesregierung zur Lösung eines altbekannten Problems – des Hausärztemangels. Mit Interesse und einem Entgegenkommen zur Verwirklichung jenes Plans könne man rechnen, so die erste Reaktion von Thomas Szekeres, Präsident der österreichischen Ärztekammer (ÄK).

Medizin-Studium 
Mehr Studienplätze und ein Fokus auf „Allgemeinmedizin im ländlichen Raum“ sind zwei der Punkte. Außerdem fordert man, eine Landarzt-Quote bei den Studienplätzen und Landarzt-Stipendien einzuführen. 

ÖGK und Ärztekammer
Ersatz für unbesetzte Kassenstellen, eine Förderung für eine Niederlassung und ein Fonds, in den eingespartes Geld gezahlt werden soll, sind weitere Ideen. 

Primärversorgungseinheiten
Anreize, sich diesen neuen Ordinationsformen anzuschließen, sollen geschaffen werden. 

„Wenn man sich bemüht, könnte es so schon gelingen“, hält Szekeres auf KURIER-Anfrage fest. Besonders positiv hob er einen Vorschlag hervor: Lässt man sich in einer Bedarfsregion nieder, soll eine Fördersumme winken. Ob sich der ausgedünnte, niedergelassene Bereich durch diese acht Punkte aber kurzfristig aufstocken lässt, stellt Szekeres infrage. Einige Punkte zielen auf das Studium ab, „das dauert zehn Jahre, bis wir dadurch erste Resultate spüren“, sagt er.

Hausapotheken

Nicht angesprochen in dem Papier werden Hausapotheken, die unter der Hausärzteschaft jedoch vielerorts Thema sind. Gebe es weniger strenge Auflagen bei den Hausapotheken, würde der Beruf an Attraktivität gewinnen und auch eine Verbesserung für Patienten merkbar sein, so Szekeres.

Der nö. Patientenanwalt Gerald Bachinger ist da anderer Meinung. Dass „Vier-Augen-Prinzip“ durch den Medikamenten-Kauf in der Apotheke und die Expertise der Pharmazeuten hält er für wesentlich. Bachinger ist aber allgemein begeistert von den Vorschlägen der Politik und auch der Ansicht, dass der Plan relativ schnell Früchte tragen könnte. „Durch die Covid-Krise haben wir gesehen, wie schnell man im Gesundheitssystem reagieren kann, wenn man will. Reformen sind auch in kurzer Zeit möglich – und ich bin optimistisch, dass sich so etwas ändern kann, wenn alle an einem Strang ziehen“, so Bachinger.

Etliche Punkte im Maßnahmenplan adressieren die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK). Wie etwa der Vorschlag, dass, sollte eine Kassenstelle längere Zeit unbesetzt bleiben, die ÖGK das dadurch gesparte Geld in einen Fonds einzahlt. Von der ÖGK gab es jedoch am Dienstag noch keine Reaktion auf die Pläne von Mikl-Leitner. Viele der darin angesprochenen Punkte würden sich ohnehin mit den Lösungsansätzen der ÖGK decken. Alles Weitere soll erst mit dem Land NÖ besprochen werden, heißt es.

Zuletzt hebt man seitens der Ärztekammer noch hervor, dass eine entscheidende Maßnahme im Plan fehle: die Erhöhung der Plankassenstellen. In den vergangenen Jahren seien die Stellen reduziert worden. 1.300 zusätzliche Kassenstellen fordert Szekeres für ganz Österreich. Christoph Reisner, Präsident der nö. ÄK, sprach bessere Rahmenbedingungen wie etwa den Bürokratie-Abbau als fehlende Punkte an. Dass das Problem von der Politik adressiert wird, sieht er als gutes Zeichen.

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