Orkan-Tief trifft Österreich: Unfälle, gesperrte Straßen und Temperaturen bis minus 16 Grad

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Wintersturm Elli bringt Schnee und tiefe Temperaturen. Vor Glatteis wird gewarnt, in Wien kam es zu zahlreichen Behinderungen bei den Öffis.

Während das Orkan-Tief "Elli" Deutschland und Frankreich fest im Griff hat, streift der Wintersturm am Freitag auch Österreich mit einem Frontensystem. Zeitweise schneit oder regnet es im ganzen Land.

  • In der Bundeshauptstadt kam es am Freitagvormittag wegen anhaltenden Schneefalls zu zahlreichen Behinderungen im (öffentlichen) Verkehr. Zu Mittag gab es spürbare Verzögerungen etwa im Bereich der Oper auf den Linien 1, 2, 71 und beim D-Wagen. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • In Niederösterreich wurde die Schneefahrbahn einem kleinen Mopedauto zum Verhängnis - Mehr dazu hier.
  • Aufgrund von Glatteisbildung mussten zahlreiche Straßen gesperrt werden.  Auf der Tiroler Brennerautobahn (A13) blieben zahlreiche Lkw hängen.  
++ HANDOUT ++ STEIERMARK: FEUERWEHR RETTETE LENKER VOR STURZ INS EISKALTE WASSER

Die Feuerwehr Rottenmann im obersteirischen Bezirk Liezen hat Donnerstagnachmittag, 8. Jänner 2026, einen Verletzten aus einem Pkw gerettet, der in das eiskalte Wasser der Palten abrutschte. 

Regen und Schneefall werden im Laufe des Freitags vom Westen her immer mehr in den Osten und auch in den Süden Österreichs dringen. Es handelt sich zum Teil um eine Warmfront, verbunden mit Regen und gefrierendem Regen. In Vorarlberg lag die Temperatur um die 8 Grad, während im Osten mit Temperaturen bis -10 Grad gerechnet werden musste.

Der Kältepol des Landes lag in der Nacht auf Freitag in Schwarzau im Freiwald auf 788 Metern Seehöhe. In der Ortschaft in der Gemeinde Moorbad Harbach im Bezirk Gmünd in Niederösterreich erreichte das Thermometer laut Geosphere Austria minus 16,1 Grad. An zweiter Stelle kam Zwettl mit minus 14,2 Grad. Danach folgte Kleinzicken im Burgenland, das genauso wie Güssing im gleichen Bundesland minus 13,6 Grad erreichte.

++ THEMENBILD ++ SALZBURG: WETTER /  WINTER  / SKIFAHREN / SCHNEE /  FREIZEIT

Auch in Salzburg fielen dicke Schneeflocken. 

Wetter am Wochenende

Am Freitag sowie in der Nacht auf Samstag kommt es zu Schneefällen, die recht verbreitet 10 bis 30 Zentimeter Neuschnee bringen können. Dieser Trend zieht sich laut ORF über das gesamte Wochenende. Am Sonntag rührt sich mäßiger, im Wienerwald auch lebhafter Wind aus Nordwest bis Nordost. Auch noch am Montag soll es zu Schneefällen und Minustemperaturen kommen. Die Glatteisgefahr ist ebenfalls noch nicht gebannt.

Besonders vom Innviertel bis ins Mostviertel war es zum Teil eisglatt und im Lauf des Nachmittags am Freitag war auch das Glatteisrisiko in der südlichen und östlichen Steiermark und im Süd- und Mittelburgenland erhöht. Auch rund um Flüsse und in Parks wurde vor Glatteis gewarnt.

Glatteis legte Verkehr lahm

Die Tiroler Brennerautobahn (A13) in Fahrtrichtung Brenner ist Freitagvormittag zwischen Innsbruck Süd- und Patsch vorerst komplett gesperrt worden. Grund dafür waren nach starken Schneefällen hängen gebliebene Lkw. Der zum Teil starke Schneefall in den frühen Morgenstunden führte am Freitag in Oberösterreich zu einem "erhöhten Einsatzaufkommen" bei den Feuerwehren, hieß es beim Landesfeuerwehrkommando. Lkw und Pkw rutschten von Straßen ab und mussten geborgen werden. 

Nicht notwendige Fahrten verschieben

Um gut durch die teilweise chaotischen Fahrverhältnisse zu kommen ist es laut dem ARBÖ wichtig, seine Fahrweise an die erschwerten Bedingungen anzupassen. So manche Verkehrsteilnehmer würden die Gefahren des Winters unterschätzen, wie zum Beispiel die verlängerten Anhaltewege bei nasser oder glatter Fahrbahn. Eisschichten, die sich unter der Schneeschicht bilden, sind für Autofahrerinnen und Autofahrer kaum ersichtlich und können große Gefahren bergen. Nicht notwendige Fahrten sollten verschoben werden.

Schnee in Wien – ein Streifzug durch die verschneite Bundeshauptstadt

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Schneefall in Wien.

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Schneefall in Wien: Menschen überqueren eine Straße, ein Bus und ein Roller sind zu sehen.

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Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen wie eine Entlassung fürchten, wenn sie aufgrund heftiger Schneefälle nicht oder nicht pünktlich zur Arbeit kommen. "Es handelt sich um einen Verhinderungsgrund, der das Fernbleiben rechtfertigt", so ÖGB-Arbeitsrechtsexperte Martin Müller.

Beschäftigte seien aber verpflichtet, den Arbeitgeber vom Zuspätkommen oder der Verhinderung zu informieren. Auch müsse man vorher alles Zumutbare unternehmen, um es trotz Schnee und Eis in die Arbeit zu schaffen.

Blick auf den Sankt Pöltner Hauptplatz

Auch der Sankt Pöltner Hauptplatz versank am Freitag im Schneegestöber. 

"Elli" wütet in Norddeutschland und Frankreich

Während Österreich noch vergleichsweise glimpflich davon kommt sorgt die Wintersturmfront "Elli", die in Frankreich "Goretti" genannt wird für schwierige Bedingungen. In Frankreich kam es zu großflächigen Stromausfällen, und Großbritannien wappnet sich für viel Schnee. 

  • Die Deutsche Bahn (DB) stellte den Fernverkehr in Norddeutschland vorübergehend ein und auch die deutschen Flughäfen erwarten Behinderungen des Luftverkehrs. Aufgrund der Warnungen vor massiven Schneefällen und -verwehungen fiel der Präsenzunterricht an Schulen in Hamburg, Niedersachsen, Bremen und weiten Teilen Schleswig-Holsteins aus.
  • Wegen des massiven Glatteises versank im Landkreis Passau in Bayern ein Mann mitsamt seinem Bagger in der Donau. Der 52 Jahre alte Baggerfahrer konnte sich aber selbst aus der Kabine befreien und ans Ufer schwimmen.
  • Wegen heftigen Sturms mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 213 km/h musste in Frankreich das Atomkraftwerk Flamanville abgeschaltet werden. Bäume stürzten um und Dächer wurden abgedeckt, es gab erhebliche Verkehrsbehinderungen. Menschen kamen nach vorläufiger Bilanz aber nicht ernsthaft zu Schaden.

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