© Philipp Monihart

Chronik Österreich
10/30/2020

Satirische Kurzgeschichten: "Tod und Leben gehören zusammen"

Katharina Grabner-Hayden behandelt im neuen Buch „Endlich Ruhe“ den Tod und seine Begleiterscheinungen.

von Teresa Sturm

Katharina Grabner-Hayden hatte schon immer eine Faszination für den Tod. Wenig überraschend ist die Autorin in Wien aufgewachsen, wo doch das „Wiener Herz zu leben versteht und auch zu sterben“ , wie sie im Interview mit dem KURIER sagt. Mittlerweile lebt die 55-Jährige seit 25 Jahren in Krems und hat sich in ihrem achten Buch „Endlich Ruhe!“ nun an das oft tabuisierte Thema gewagt.

Makabere Geschichten schrieb Grabner-Hayden immer wieder und so waren sie auch Teil ihrer Lesungen. „Da kam immer wieder: ,Sie müssten einmal ein Buch über den Tod schreiben.‘“ 2017 gab die Autorin dem Wunsch nach und hat seither eine Sammlung von humorvollen Kurzgeschichten verfasst.

"Programm gibt Anstoß"

Mittlerweile macht die 55-Jährige nicht nur satirische Lesungen, sondern auch Kabarett. Dass dabei über den Tod gelacht wird, ist für sie kein Problem: „Ich mache mich ja nicht über den Tod lustig, sondern über die Begleitumstände. Sie glauben gar nicht, was die Leute mir da erzählen. Das Programm gibt dafür einen Anstoß.“

Grabner-Hayden hat in Wien BWL studiert und lange als Wirtschaftsprüferin gearbeitet. „Aufmüpfig war ich aber immer schon“, sagt sie lachend. Als der jüngste von vier Söhnen sehr krank auf die Welt kam, habe sie sich zurückgezogen, um für die Familie da zu sein. „Das Schicksal hat mir die Flügel abgeschnitten, aber eine Feder hat es mir gelassen. Und zwar die Schreibfeder.“

Selbst wenn das Schreiben damit manchmal Mühe bereitet: Nachdem Grabner-Hayden im Frühling dieses Jahres mit dem Buch  fast fertig war, fehlte noch ein „Abschluss-Stein“, wie sie sagt, also eine Art positiver Ausgang.

Leben und Tod

Damals rief einer ihrer Söhne an: „Da sagt er ,Ich und meine Freundin kriegen ein Kind.‘ Da wusste ich, ich habe den Schluss: Wozu Angst haben, das Leben geht weiter. Tod und Leben gehören für mich zusammen. Wer über den Tod schreibt, schreibt auch über das Leben.“

Und so ernst das Thema manchmal ist, so lustig war das Fotoshooting zum Cover, obwohl die Kremserin dafür in den Sarg musste: „Es ist so ein grausliches Gefühl da drinnen zu liegen. Aber es gab ja Sekt dazu.“

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