© Nagl Matthias

Chronik Österreich
06/17/2020

Salzburgs Stadtstrand wird zum Politthema

Die Stadtpolitik soll auf Neos-Antrag klären, ob die Schotterbänke an der Salzach im Zentrum bleiben können.

von Matthias Nagl

Der KURIER-Bericht über Salzburgs neuen Stadtstrand ist auf viel Interesse gestoßen. Nun wird sich auch der Gemeinderat mit den unverhofften Schotterbänken im Stadtzentrum beschäftigen. Die Neos wollen prüfen lassen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, die in kürzester Zeit sehr beliebt gewordenen Aufschüttungen am Salzachufer zur Dauereinrichtung werden zu lassen.

Wie berichtet kam die Stadt sehr unverhofft zur neuen Attraktion. Eine Auflage des Landes zum Hochwasserschutz verpflichtete die Salzburg AG, die etwas weiter flussabwärts ein Kraftwerk betreibt, zum Ausbaggern des Flussbetts. Rasch entdeckten die Salzburger den neuen Naherholungsraum für sich.

Abtransport bei Hochwasser

Zumal die Arbeiten während des Corona-Lockdowns starteten und kurz danach, als der Drang ins Freie besonders groß war, abgeschlossen wurden. „Man hat sofort gesehen, dass die Menschen das annehmen. Wir fordern seit 2014, dass man die Salzachufer erlebbarer macht. Es wäre gut, wenn man Maßnahmen setzen kann, dass die Schotterbank bleiben darf“, sagt Neos-Fraktionsvorsitzender Lukas Rößlhuber.

Plangemäß bleibt die neue Attraktion nämlich nicht lange. Der Schotter wurde von der Salzburg AG aufgeschüttet, damit er bei Hochwasser von der Salzach abtransportiert wird. Die starken Regenfälle vom Sonntag und Montag gaben bereits einen Vorgeschmack auf den Abtransport. Fast komplett waren die Schotterbänke kurzzeitig verschwunden.

Das wollen die Neos nun verhindern. Sie haben bereits vor Jahren eine Visualisierung für ein zugänglicheres Salzachufer erstellt. In den Schotterbänken sehen die Neos nun eine neue Chance. „Ich denke, dass das relativ einfach zu machen wäre“, meint Rößlhuber.

Geschiebeumlage
Wie lange die Schotterbänke halten werden, weiß derzeit niemand genau – denn wann sie wieder verschwinden, hängt vom Wetter ab. Das Geschiebe – größere Steine und Schotter – wurde von der Flussmitte an den Rand gebaggert, damit es von der Salzach leichter abtransportiert werden kann. Das nennt sich Geschiebeumlage

Hochwasserschutz
Ziel des Projekts ist es, die Salzach  tiefer zu machen, um die Aufnahmekapazität des Flussbetts im Hochwasserfall zu erhöhen

Kosten noch offen

Es müsse baulich „eine Art Bremse“ errichtet werden. Ein Amtsbericht des Magistrats soll die technischen Details und Kosten dafür klären. Formal für die Salzach zuständig ist zwar das Bundesamt für Wasserwirtschaft. Das sei zu einer Kooperation aber durchaus bereit, glaubt Rößlhuber.

Auch die grüne Stadträtin Martina Berthold hat sich im KURIER bereits als Anhängerin des Stadtstrands deklariert. Sie sieht aber zu wenig Unterstützung durch die Mehrheitsfraktionen ÖVP und SPÖ. Rößlhuber hofft auf einen Meinungsumschwung. Durch den Antrag soll es auch eine Entscheidungsgrundlage geben. „Der Magistrat soll einen Amtsbericht vorlegen. Wenn es machbar ist, bin ich angesichts der Beliebtheit des Stadtstrands gespannt, ob es immer noch keine Mehrheit dafür gibt“, sagt Rößlhuber.

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