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Chronik Österreich
06/21/2020

Salzburger Corona-Cluster: Bürgermeister muss in Quarantäne

Ein Pongauer Gemeindepolitiker und ein zweiter leitender Arzt des Landeskrankenhauses wurden positiv getestet.

von Matthias Nagl

Die Virenkonzentration in einem Salzburger Altstadtlokal dürfte an jenem verhängnisvollen Montagabend sehr hoch gewesen sein. Wie am Sonntag bekannt wurde, nahmen an dem Treffen des Rotary Club Salzburg, das für den neuen Corona-Cluster im Bundesland mit inzwischen 14 Infizierten verantwortlich ist, nicht wie zunächst gedacht 40, sondern nur 26 Personen teil.

Nach KURIER-Informationen steckten sich zumindest zwölf Infizierte bei diesem Treffen an. Das ist also fast jeder zweite Teilnehmer des Clubabends. Drei Patienten werden inzwischen im Krankenhaus behandelt. Am Sonntagabend wurde bekannt, dass sich ein zweiter leitender Arzt der Landeskliniken über den Cluster angesteckt hat.

Laut Salzburger Nachrichten ist unter den positiv Getesteten auch ein Pongauer Gemeindepolitiker. Das hat zur Folge, dass mehrere weitere Gemeindepolitiker in Quarantäne mussten, da am Dienstagabend eine Gemeindesitzung stattfand. Auch der Bürgermeister von Schwarzach, Andreas Haitzer (SPÖ), befindet sich in Quarantäne. Zwischenzeitig betraf der Cluster sogar die Bundesregierung: Frauenministerin Susanne Raab war am Freitag in Salzburg und traf Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Sie unterzog sich als Vorsichtsmaßnahme einem Coronatest, der laut ÖVP jedoch negativ ausfiel.

Die Stadt Salzburg rechnet mit weiteren positiven Fällen. Die Bezirksverwaltungsbehörde hat alleine 30 Mitarbeiter abgestellt, die für die Aufarbeitung des neuen „Covid-Cluster A“ sorgen.

Opposition: Zu spät informiert

Über das Bekanntwerden der Fälle entwickelte sich am Wochenende ein politischer Schlagabtausch. Die Landtagsopposition aus SPÖ und FPÖ warf dem Land vor, zu spät über die Fälle informiert zu haben. Schließlich hat noch am Mittwoch eine Ausschusssitzung des Landtags stattgefunden. Seitens des Landes wird entgegnet, man habe erst am Donnerstagabend vom positiven Test des Landesmitarbeiters erfahren. Die Öffentlichkeit wurde dann am Freitag am späten Nachmittag informiert. Der betroffene Mitarbeiter entwickelte erst in der Nacht auf Freitag Symptome.

Die Kontaktverfolgung dürfte zumindest in der ersten Phase gut funktioniert haben. Das Treffen fand am Montagabend statt, bis Freitagabend waren bereits neun Fälle offiziell bestätigt. Neun nunmehr Infizierte wurden bereits positiv getestet, bevor sie Covid-19-Symptome entwickelten.

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