Salzburger Corona-Cluster: 14 Infizierte nach Treffen von 26 Personen

Salzburger Corona-Cluster: 14 Infizierte nach Treffen von 26 Personen
Salzburger Lokalbetreiber betont Corona-gerechte Maßnahmen: Der Raum wäre normalerweise für 80 Personen ausgelegt.

Innerhalb von einer Woche sind nach einer Veranstaltung am Montag in der Stadt Salzburg bis Sonntagabend 14 Corona-Fälle aufgetreten. Am Samstagabend erhielten ein weiterer hochrangiger Arzt des Uniklinikums sowie ein Pensionist ein positives Testergebnis. Die Bezirksverwaltungsbehörde hat alleine 30 Mitarbeiter abgestellt, die für die Aufarbeitung des neuen "Covid-Cluster A" sorgen.

Wie die Stadt Salzburg in einer Presseaussendung am Sonntagabend bekannt gab, gehe man von weiteren Fällen aus. Sogar Kontaktpersonen der Kategorie 2 waren erkrankt, die als mittelbar gefährdet galten. Bei der Bezirksverwaltungsbehörde wurden insgesamt 33 Menschen der Kontakt-Kategorie 1 und 31 Menschen der Kontakt-Kategorie 2 geführt.

Nach der Person, die diese Infektionen am Montag ausgelöst hat, suchte man intensiv.

26 Personen bei Treffen - 14 Fälle aufgetreten

Bei dem Treffen in einem Gasthaus in der Stadt Salzburg am vergangenen Montag, das als Auslöser des Clusters gilt, haben nicht wie bisher von der Behörde bekannt gegeben 40, sondern nur 26 Personen teilgenommen. Das gab der Wirt am Sonntag gegenüber dem ORF Salzburg bekannt. Zudem habe man sich an alle Sicherheitsvorkehrungen gehalten. Auch im APA-Gespräch betonte der Gastronom, dass für andere Gäste nie Gefahr bestand.

Höchstgrenze herabgesetzt

Seit 1992 diente sein Lokal als Treffpunkt für den Verein. Als man ihn nach den Lockerungen bat, dort zusammen kommen zu dürfen, habe er extra aufgesperrt.

"Normalerweise wäre Platz für 80 Personen", so der Wirt. Angesichts der Pandemie habe man die Höchstgrenze für den Raum aber auf 40 herabgesetzt. Vier große Fenster sind zum Belüften da, eine Klimaanlage dürfe in dem denkmalgeschützten Gebäude nicht eingebaut werden. "Es gibt im oberen Stock auch eigene Toilette-Anlagen, es ist praktisch völlig abgetrennt vom Gastronomiebetrieb", erklärte der Wirt.

Abstand eingehalten

Im Saal selber habe man die Tische mit genügend Abstand aufgestellt, auf jedem stand - wie bei den Toiletten - auch Desinfektionsmittel bereit. Dass es genau 26 Teilnehmer waren, wisse er noch gut: "Ich habe einen Mitarbeiter durchzählen lassen wegen der Höchstzahl von 40 Leuten".

Gesamte Belegschaft getestet

Nach Auftreten der Corona-Erkrankungen wurden nicht nur die Service-Mitarbeiter getestet, die Kontakt hatten, sondern gleich die gesamte Belegschaft. "Alle waren negativ." Aus Gründen der Sicherheit habe man übrigens schon seit Aufsperren nach Ende des Lock-Downs von jedem Bediensteten die Temperatur gemessen und aufgezeichnet, betonte der Gastronom.

Bei dem Treffen in dem Lokal am Montag in der Stadt Salzburg entwickelte sich das "Corona-Cluster A", wie die Behörden den neuen Ausbruch des Coronavirus bezeichneten. Über 100 Personen wurden im Zuge des Contact-Tracings schon als Kontaktpersonen der Kategorie 1 und 2 eruiert und getestet. 

Unter den Infizierten waren ein Arzt des Salzburg Klinikums sowie ein Mitarbeiter von Landesrätin Maria Hutter und ein weiterer Landesbediensteter. Dies führte dazu, dass nicht nur das gesamte Büroteam samt der Landesrätin getestet wurden, sondern auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer samt seinem Stellvertreter Christian Stöckl (alle drei ÖVP). Bei allen wurde keine Infektion mit dem Virus festgestellt. Der Rest des Regierungsteams samt Büromitarbeitern werde am Montag getestet, hieß es in einer Presseaussendung am Samstag.

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