ERDE BRENNT: STUDIERENDE BESETZEN HÖRSAAL DER UNIVERSITÄT GRAZ

© APA/ERWIN SCHERIAU / ERWIN SCHERIAU

Chronik Österreich

Hunderte Forscher bekunden Unterstützung für "Erde brennt"-Bewegung

Bewegung laut Ko-Autor von "Offenem Brief" trotz Hörsaalbesetzungs-Stopp weiter aktiv

01/11/2023, 08:44 AM

Rund 250 Wissenschafterinnen und Wissenschafter bzw. Vereinigungen mit Forschungs-Bezug bekunden in einem "Offenen Brief" ihre Unterstützung für die Klimaaktivismus-Gruppe "Erde brennt", die kürzlich durch Hörsaalbesetzungen an Hochschulen aufgefallen ist. Unter den Unterzeichnern finden sich u.a. die Umwelthistorikerin Verena Winiwarter, die Ökologen Helmut Haberl und Franz Essl, die Politikwissenschafterin Barbara Prainsack oder der Klimaforscher Daniel Huppmann.


Einzusehen ist der Brief und die Unterstützerliste auf der Webseite der Vereinigung "Scientists 4 Future" (LINK). Verfasst wurde das Schreiben von Nicolas Roux und Melanie Pichler vom Institut für Soziale Ökologie an der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien. Auch wenn die Hörsaalbesetzungen mittlerweile aufgelöst sind, sei die "Erde brennt"-Bewegung weiter aktiv und arbeite an der Umsetzung ihrer Forderungen, so Roux.

"Krise, Krise, Krise", heißt es am Beginn des offenen Briefes. "Eine Generation, die mit diesem Wort aufgewachsen ist. Eine Generation, die sieht, wie die grenzenlose Ausbeutung der Natur zur Klimakrise und einem drohenden ökologischen Zusammenbruch führt. Eine Generation, die beobachtet, wie steigende Ungleichheit, Wirtschafts- und Finanzkrisen soziale Krisen verschärfen. Eine Generation, die erlebt, wie zunehmende Marktorientierung und Konkurrenz an den Universitäten zu einer Marginalisierung von kritischer Bildung und Wissenschaft sowie einer Prekarisierung von Student*innen und Angestellten führt. Dabei sind Kritik und Suche nach alternativen Wegen für die Vielfachkrise entscheidend." Und weiter: 

"Immer mehr Wissenschafter*innen argumentieren, dass Klima-, soziale, und Bildungskrisen systematisch miteinander verknüpft und nur gemeinsam zu lösen sind", heißt es in dem Papier. Die "Erde brennt"-Bewegung schaffe mit ihrem "vorläufigen Forderungskatalog" im Gegensatz zur Politik eine "holistische Brücke zwischen Klimaschutz, sozialer Solidarität und zukunftsfähiger Bildung". Neben Forderungen zum Klimaschutz, Schritten zu einer "radikalen Mobilitätswende", zur Eindämmung des Bodenverbrauchs und zum Schutz der Biodiversität finden sich auch sozial-, wirtschafts-, forschungs- oder bildungspolitische Anliegen in dem Katalog.

Ihre Unterstützung für die "Anliegen und Herangehensweise" von "Erde brennt" bekunden neben den zahlreichen einzelnen Wissenschaftern auch das Netzwerk Unterbau Wissenschaft (NUWiss), das Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der Boku, die Scientists 4 Future Österreich sowie der Österreichische Biodiversitätsrat.

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