Die heimischen Doch-nicht-Polizeipferde stehen bei den Reiterstaffeln ausländischer Polizeikorps hoch im Kurs.

© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Österreich
06/11/2020

Polizeipferde: Mehrere Kaufangebote aus dem Ausland liegen vor

Delegationen aus Serbien und den Niederlanden besichtigten die Tiere.

von Patrick Wammerl

In Österreich will man sie am liebsten von der Koppel jagen, im Ausland sind sie ein heiß begehrtes Gut auf vier Hufen. Österreichs Polizeipferde stehen bei ausländischen Polizeieinheiten hoch im Kurs.

Bei der am Montag zu Ende gegangenen Angebotsfrist für die neun Wallache sind zahlreiche Kaufangebote im Innenministerium eingetrudelt. Gemäß den Vergabekriterien entscheidet nun die Finanzprokuratur, wer den Zuschlag für die fertig ausgebildete Kavallerie erhält. Es ist auch denkbar, dass mehrere Interessenten zum Zug kommen und die neun Polizeipferde aufgeteilt werden.

Nachdem Herbert Kickls (FPÖ) Reiterstaffel im Zuge politischer Grabenkämpfe in Ungnade gefallen ist, ist die Republik derzeit mit der Rückabwicklung des Projekts beschäftigt. Das Ausbildungszentrum in der Wiener Neustädter Militärakademie ist bereits gekündigt, die fein säuberlich renovierte Liegenschaft wurde dem Verteidigungsministerium zurückgegeben. Nun gilt es, die Dienstpferde wieder zu Steuergeld zu machen.

Von den ursprünglich zwölf Tieren konnte der Kauf eines Pferdes rückabgewickelt werden. Die beiden vierbeinigen Gastgeschenke des ungarischen Premiers Viktor Orbán, Zalan und Zadar, gingen an die Nachbarn zurück. Die restlichen neun Pferde sind derzeit im Ausbildungs- und Trainingszentrum der Spanischen Hofreitschule am Heldenberg (Bezirk Hollabrunn) untergebracht – Seite an Seite mit den Lipizzanern. Deren Beliebtheitsgrad konnten die Polizeipferde aber nie erreichen. Zu groß war die Diskussion über das FPÖ-Prestigeprojekt – selbst die Polizei war angesichts der Kosten gespaltener Meinung.

Im Ausland ist das Interesse hingegen groß. Die Wallache wurden am Heldenberg kürzlich von Delegationen der Polizei-Reiterstaffeln aus den Niederlanden, Bosnien und Serbien zu Testzwecken geritten und von Veterinärmedizinern unter die Lupe genommen. Vor allem das Wesen und der Grad der Ausbildung standen im Fokus.

Bestbieter gesucht

Und die Tiere haben anscheinend Gefallen gefunden. Laut Insidern aus dem Innenministerium sind zahlreiche, teils namhafte Kaufangebote eingelangt. Es gibt Länder, die alle neun Pferde auf einmal kaufen wollen und welche, die sich nur für einzelne Wallache interessieren. Im Einkauf kosteten die acht- bis elfjährigen Tiere je zwischen 7.000 und 13.500 Euro. Wie hoch die Gebote sind, darüber brütet nun die Finanzprokuratur. Diese hat die Aufgabe, die Wallache zu möglichst viel Geld zu machen. Eine Entscheidung soll möglichst zeitnah fallen.

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