So ein Helikopter stürzte ab

© Reinhard Vogel

Chronik Österreich
11/08/2019

Polizeihelikopter abgestürzt: Brisante Wende durch neuen Bericht

Das sagt der offizielle Absturzbericht: Fehler des Piloten und Fehler im gesamten System der Flugpolizei.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Es ist ein gewaltiger Knalleffekt: Das Verkehrsministerium veröffentlicht heute am Vormittag seinen lange erwarteten Bericht zum Absturz eines Polizeihubschraubers in den Achensee mit vier Toten. Achteinhalb Jahre nach dem Unglück wird laut dem Papier nun deutlich, dass der 41-jährige Pilot offenbar leichtsinnig gehandelt hat. Auch an der Flugpolizei selbst wird in dem Dokument heftige Kritik geübt.

Der KURIER konnte den kompletten Bericht zu dem Unfall, der auch insgesamt rund zwölf Millionen Euro Schaden verursachte, bereits vorab analysieren. In dem 133-seitigen Papier wird kritisiert, dass die Piloten de facto ohne Regeln hochriskant unter der Mindestflughöhe selbst bei Flügen ohne Einsatzgrund unterwegs sein dürfen. Bestimmungen der Flugpolizei würden sogar den Luftfahrtgesetzen widersprechen. Angeraten wird deshalb ein eigenes Sicherheitsaudit, also ein kompletter Sicherheitscheck durch einen externen Betrieb.

Bericht des Innenministeriums war offenbar falsch

Das Innenministerium, beziehungsweise die Flugpolizei, betonten in ihrem eigenen Endbericht im Jahr 2017 hingegen, dass wohl Vogelschlag oder ein epileptischer Anfall durch einen Stroposkop-Effekt der Rotoren die Ursache gewesen sein dürften. Wie der KURIER 2016 und 2017 aufdeckte, sprechen allerdings Zeugen, Obduktionsergebnisse, Dokumente und Hinweise dagegen.

Zu diesem Schluss kommt nun auch der brisante Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Verkehrsministeriums (SUB): Beide vom Innenressort bisher genannten Ursachen sind demnach de facto auszuschließen. Beides war eigentlich technisch gar nicht möglich, wie auch das Dokument nachzeichnet. Ursache waren stattdessen wilde Manöver und das folgende Unterschreiten der Mindestflughöhe mit hoher Geschwindigkeit (252 km/h) vor dem Absturz. Doch dass so etwas überhaupt möglich und sogar erlaubt sei, wird als Systemfehler beschrieben, der schon seit Jahren bekannt sei.

Die Leiterin der Untersuchungsstelle (und ehemalige Polizistin), Bettina Bogner betont im KURIER-Gespräch, dass nun alles zu dem Achensee-Absturz mindestens doppelt geprüft worden sei: "So wie es nun in unserem Bericht steht, ist es tatsächlich gewesen."

Die ganze  Geschichte in allen Details und was im neuen Bericht steht, das lesen sie hier: