In Niederösterreich besprach LH Mikl-Leitner die Lage mit Experten

© NLK Pfeiffer

Chronik Österreich
11/03/2020

Polizei zeigt nach Anschlag in ganz Österreich verstärkte Präsenz

In den Bundesländern werden öffentliche und sensible Plätze nun besonders bewacht.

von Christian Willim

Der Terroranschlag in Wien sorgt nicht nur in ganz Österreich für Betroffenheit. In allen Bundesländern hat die Polizei in Reaktion auf das Attentat ihre Präsenz massiv erhöht. So auch in Niederösterreich, Nachbarbundesland der Bundeshauptstadt.

Bei einer Lagebesprechung im Landhaus wurde auch der Schutz der kritischen Infrastruktur erläutert. Dazu werde die Polizeipräsenz verstärkt, informierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Landespolizeidirektor Popp werde die notwendigen Maßnahmen einleiten, hieß es.

Spezialkräfte für Wien

Der berichtete, dass die niederösterreichische Polizei die Landespolizeidirektion Wien in der Terrornacht mit Spezialkräften unterstützt hat: „Diese Unterstützung wird noch einige Zeit andauern, so lange es notwendig ist.“ In Niederösterreich würden indes alle verfügbaren Kräfte in den verstärkten Überwachungsdienst entsendet.

In Graz hat der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) am Dienstag ebenfalls einen Sicherheitsgipel einberufen, um mit Vertretern von Polizei, Militär und Verfassungsschutz die aktuelle Sicherheitslage zu besprechen. Die Experten berichteten von einer erhöhten Alarmbereitschaft.

Kurz nach dem Anschlag wurden die Polizeikontrollen im öffentlichen Raum verstärkt und die Bewachung der Synagoge in Graz erhöht. Hier war im Sommer Elie Rosen, der Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz, tätlich angegriffen worden.

Wie berichtet hatte der Anschlag in Wien seinen Ausgang in der Nähe der Synagoge in der Seitenstettengasse genommen. Ob der Angriff antisemitisch motiviert war, ist vorerst noch unklar. Der KURIER hält sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Im Burgenland hat die Polizei auf den Terroranschlag in Wien in mehrfacher Hinsicht reagiert: „Als die Terrorlage sich entwickelt hat, haben wir die Grenzkontrollen verstärkt und haben die Streifenpräsenz im Burgenland erhöht, um Präsenz zu zeigen und Sicherheitsgefühl zu vermitteln“, sagte Polizeisprecher Helmut Marban am Dienstag.

Im mittelburgenländischen Kobersdorf wird die Synagoge bewacht. Außerdem wurden gleichzeitig 45 Spezialkräfte der Einsatzeinheit Burgenland nach Wien entsandt.

Keine aktue Gefährdung

Nach dem Terroranschlag in Wien hat auch die Tiroler Polizei die Überwachung von potenziell gefährdeten Objekten - etwa der Synagoge in Innsbruck - und des öffentlichen Raums ausgeweitet.

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) besprach die Lage am Dienstag in seinem Büro mit Landespolizeidirektor Edelbert Kohler und Günter Lieder, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg.

Kohler beruhigte bereits im Vorfeld des Treffens: Es gebe keine akute Gefährdung in Tirol und es gebe keinen Anlass für die Tiroler Bevölkerung sich Sorgen zu machen, erklärte er am Dienstag.

„Es gilt aber wachsam zu sein und das Bewusstsein zu schärfen, dass diese Art von Gewalt nicht nur irgendwo ganz weit weg auftritt, sondern durchaus auch in unserer Nähe passieren kann“, gab der Landespolizeidirektor zu bedenken.

Verfassungsschutz eingeschaltet

In Vorarlberg befand sich die Polizei ebenfalls vorsorglich in erhöhter Bereitschaft. "Öffentliche und sensible Plätze sowie kritische Objekte werden verschärft überwacht. Auch der Verfassungsschutz ist eingeschaltet", berichteten Landeshauptmann Markus Wallner und Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) am Dienstag.

Von einer "derzeit abstrakten Gefahr" sprach Rainer Dionisio, Polizeisprecher von Kärnten. Vor dieser Gefahr gelte es die Bevölkerung zu schützen. Er beruhigte aber: „Wir haben unsere Präsenz im öffentlichen Raum stark erhöht, es muss sich aber niemand unsicher fühlen, wenn er mehr Polizei sieht.“ Dies betreffe vor allem belebte Orte wie eben Bahnhöfe.

Hubschrauber nach Wien verlegt

Personalanforderungen aus Wien lagen in Kärnten zunächst keine vor. Allerdings wurde der Flir-Hubschrauber des Innenministeriums, der in Klagenfurt stationiert ist, am Montagabend in die Bundeshauptstadt beordert. Er war dort an der Luftraumüberwachung beteiligt.

Auf erhöhte Polizeipräsenz setzt die Exekutive auch in Salzburg - vor allem auf öffentlichen Plätzen, an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen, in der Salzburger Altstadt sowie bei öffentlichen und religiösen Einrichtungen wie der Synagoge in der Salzburger Innenstadt. Die Beamten sind teils in Zivil und teils in Uniform unterwegs.

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