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Chronik Österreich

Ob Zug oder Auto: Das Weihnachtswochenende bringt viel Verkehr

Zahlreiche Züge sind schon ausgebucht. Mit dem Auto kommt man schon ab Donnerstag nur noch langsam voran.

von Anna Perazzolo

12/21/2022, 12:56 PM

Geübte Bahnfahrer kennen das vorweihnachtliche Dilemma: Wer nicht früh genug einen Sitzplatz reserviert, riskiert leer auszugehen. Schon seit Anfang der Woche sind in den Zügen der ÖBB nur noch vereinzelt Plätze frei. Der Hinweis „Ticket nicht verfügbar“ in der ÖBB App, der ankündigt, dass für den gewünschten Zug keine Reservierung mehr möglich ist, dürfte manchen Bahnfahrern, die erst spät an die Planung ihrer Reise gedacht haben, sauer aufstoßen.

Genaue Zahlen über die bisherige Auslastung der Züge könne man nicht nennen, sag eine Sprecherin der ÖBB. Besonders betroffen vom erhöhten Passagieraufkommen seien aber die West- und die Südstrecke. Weshalb das Angebot besonders auf diesen Strecken mit weiteren Zügen und Waggons ausgeweitet wurde. Österreichweit sind somit rund 36.000 Sitzplätze dazugekommen, heißt es.

„Wir empfehlen den Reisenden, besonders auch die Zusatzzüge zu nutzen, wenn bei den bereits bekannten Verbindungen im Regelfahrplan keine freien Plätze mehr verfügbar sind“, sagt die Sprecherin. Hier kann man sich über die derzeitige Auslastung der einzelnen ÖBB-Züge informieren.

Westbahn erst zu 15 Prozent reserviert

Bis nach Innsbruck gelangt man heuer aber erstmals nicht nur mit den ÖBB. Seit kurzem fährt die Westbahn drei Mal täglich vom Wiener Westbahnhof nach Tirol und wieder zurück.

 

Drei Mal täglich fährt die Westbahn vom Wiener Westbahnhof nach Innsbruck und zurück.

Wien nach Innsbruck:

- Abfahrt um 7.08 Uhr. Ankunft um 11.29 Uhr

- Abfahrt um 11.08 Uhr. Ankunft um 15.29 Uhr

- Abfahrt um 17.08 Uhr. Ankunft um 21.29 Uhr

Innsbruck nach Wien:

- Abfahrt um 6.31 Uhr. Ankunft um 10.52 Uhr

- Abfahrt um 12.31 Uhr. Ankunft um 16.52 Uhr

- Abfahrt um 16.31 Uhr. Ankunft um 20.52 Uhr

„Wir sehen, dass die Strecke gut angenommen wird, aber vor allem zwischen Salzburg und Innsbruck ist noch Luft nach oben. Es dauert, bis das Angebot breiter bekannt wird“, sagt Ines Volpert, Sprecherin der Westbahn.

Zwar sei davon auszugehen, dass die Züge kurz vor den Weihnachtsfeiertagen gut gefüllt sein werden, von einer Überbuchung aber sei man weit entfernt. Mit Stand Mittwochmittag waren für Freitag, 23. Dezember "erst knapp 15 Prozent aller reservierbaren Sitzplätze gebucht", sagt Volpert. An den anderen Tagen rund um Weihnachten liege man noch deutlich darunter.

„Alle, die mit uns fahren wollen, werden das auch können“, sagt Volpert. Eine Sitzplatzreservierung sei dabei zwar empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig. Ab 27. Dezember rechnet man bei der Westbahn wieder mit einer Entspannung der Verkehrslage.

Transitverkehr Richtung Osten

Aber auch abseits der Gleise ist zu Weihnachten mit viel Verkehr zu rechnen. Besonders der Transitverkehr von Deutschland Richtung Ungarn und weiter Richtung Osten könnte zu Kolonnenverkehr zwischen Suben über Innkreis-, West-, Außenring-, und Ost Autobahn Richtung Nickelsdorf führen, sagt Harald Lasser vom ÖAMTC. Los gehe es damit bereits am Donnerstag.

Zufahrt zu den Skigebieten

In den Skigebieten – vor allem in Tirol und Vorarlberg – sei ebenfalls mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Der beginnt voraussichtlich aber erst am Sonntag, 25. Dezember, sagt Lasser. „Die Zufahrt zu den Skigebieten hat aber nur regionale Bedeutung und die Menschen vor Ort sind daran meist schon gewöhnt.“

Wie jedes Jahr zu Weihnachten sei auf den Straßen insgesamt viel los, „größere Dramen“ sollte es laut Lasser aber nicht geben. Mit durch Unfälle oder Pannen verursachten Staus sei aber jederzeit zu rechnen.

Gestiegene Kosten

Generell zeichne sich aber auch ab, dass weniger Menschen als sonst über die Weihnachtsfeiertage in den Urlaub fahren, sagt Lasser. Grund dafür seien die Teuerungen.

Teuer waren in diesem Jahr auch die Spritpreise. Erstmals überhaupt wurde heuer die 2-Euro-Grenze überschritten. "Dazwischen lag wegen des Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine das turbulenteste Spritpreisjahr seit der ersten Ölkrise im Jahr 1973. Noch nie war die Differenz zwischen Höchst- und Tiefstpreis mit rund 70 Cent so groß wie heuer", rechnet VCÖ-Experte Michael Schwendinger vor.

Rund 1,40 Euro kostet derzeit ein Liter Eurosuper in Österreich - und damit ist der Preis wieder dort, wo er am Beginn des Jahres war.

Die Sitzplatzreservierung in den ÖBB-Zügen kostet übrigens drei Euro pro Fahrt. In der Westbahn dagegen 7,90 Euro – mit dem Klimaticket kann man in der Westbahn aber gratis reservieren.

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