WEGA-Chef Ernst Albrecht

© Kurier / Gerhard Deutsch

Chronik Österreich
07/02/2021

Nach Terror: Polizei bekommt zwei neue Sondereinheiten

Insgesamt 900 Polizisten sollen in acht Bundesländern neue Aufgaben übernehmen.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Bei der polizeilichen Taktik klafft eine Lücke. Gibt es Amokläufe oder Terroranschläge, dann sind zunächst „nur“ gewöhnliche uniformierte Beamte vor Ort.

Beim Attentat in Wien im November stellten sich drei solche Polizisten mutig mit ihren Glock-Pistolen dem mit einem Sturmgewehr bewaffneten Angreifer entgegen. Ausgeschaltet wurde er aber von der zweiten Welle – bestens geschulten und ausgerüsteten WEGA-Beamten. Bis die eigentliche Anti-Terroreinheit Cobra eingetroffen wäre, wäre wohl noch Zeit verstrichen.

Problematisch daran: Die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung, kurz WEGA, gibt es, wie der Name schon sagt, nur in Wien. In anderen Städten wäre der Attentäter vermutlich nicht nach neun Minuten ausgeschaltet worden. In einigen Fällen müsste sogar die Cobra erst per Hubschrauber verlegt werden. 

Damit bei brenzligen Situationen keine Zeit verloren geht, wird im Herbst eine Art abgespecktes WEGA-System in allen anderen Bundesländern installiert.  Der Name der neuen Truppe: Schnelle Interventionsgruppe (SIG).

Für diese werden künftig die Länder in Sektoren aufgeteilt, in denen die Beamten ständig mit Fahrzeugen unterwegs sind. Sie sollen auch bei heiklen Festnahmen oder Familienstreitigkeiten mit Waffen eingesetzt werden.

In Salzburg etwa sind bis zu drei Sektoren geplant. Es könnte dann je eine Funkstreife mit Spezialkräften in der Stadt Salzburg sowie im Norden und Süden des Bundeslandes unterwegs sein.

Bereitschaftseinheiten

Insgesamt werden ab Herbst 900 Beamte abgestellt, die entweder (ab November) der SIG zugeordnet werden von den Bundesländern oder (ab September) der neuen Bereitschaftseinheit – ein Wiener System, das ebenso auf alle Bundesländer  erweitert wird. Dabei werden vor allem junge Beamte eingesetzt, die bei speziellen Vorfällen (vom Terroranschlag bis zum Fußballmatch) allfällige Engpässe bei den normalen Uniformierten ausgleichen können.

Insgesamt werden von der Polizei fünf Millionen Euro für das Projekt budgetiert, die Summe stammt aus dem Anti-Terror-Budget.

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