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Chronik Österreich
01/30/2020

Versicherung forderte Schadenersatz von Feuerwehr

Wegen ruinierter Ledersitze im Unfallauto wurde Schadensersatz von einer Freiwilligen Feuerwehr gefordert.

von Nikolaus Tuschar

Nach einer Massenkarambolage am Donnerstag auf der A2 in Kärnten, war schnelles Handeln gefordert. Acht Pkw waren involviert und teilweise demoliert. Freiwillige Helfer der Feuerwehr waren in ihrer Freizeit im Einsatz, um den Schaden zu beseitigen – und werden nun von der Versicherung eines beteiligten Autolenkers zu Kasse gebeten.

Jetzt könnten sie sich in Zukunft sogar weigern, bei Aufräumarbeiten zu assistieren. Diesen Schritt erwägen einige Feuerwehren in Kärnten, nachdem publik wurde, dass eine Kärntner Wehr nach einem Unfall zahlen musste. Diese hatte während eines Einsatzes einen PKW als Totalschaden eingeschätzt und einige Teile des Wracks in das Unfallauto gelegt. Doch ein Gutachter kam zu dem Schluss, die Ledersitze des Wagens seien unversehrt geblieben – sprich doch kein Totalschaden.

 

Wochen später

Laut eines Berichts der Kleinen Zeitung bekam die Hilfsorganisation einige Wochen später eine saftige Rechnung von der Versicherung präsentiert. 4000 Euro waren zu berappen und wurden schlussendlich auch bezahlt. Jedoch nicht von der Freiwilligen Feuerwehr, sondern von der Versicherung der Gemeinde.

Das führt zu heftigen Entrüstungsbekundungen aus der Politik. Und auch bei den Freiwilligen macht sich breiter Unmut breit. Der KURIER hat unter anderem mit dem 18-jährigen Freiwilligen Feuerwehrmann Marcel Fischer gesprochen: „Wenn Freiwilligkeit mit derartigem Undank bezahlt wird, liegt einiges im Argen.“ Ähnlich sieht das auch ein erfahrenerer Kollege. „Wenn das Usus wird, werden sich die Freiwilligen halt auf die Kernaufgaben der Feuerwehr beschränken und sich darüber hinaus überlegen, was sie noch angreifen,“ sagt der Kommandant der FF Maria Saal, Gerald Kerschbaumer .

 

Eindeutige Worte

Um welche Versicherung es sich gehandelt hat, ist nicht bekannt. Vonseiten der Kärntner Landesversicherung zeigte man jedenfalls Unverständnis über das Vorgehen des Konkurrenten. „Von unserer Seite wurde noch nie ein Regress gegenüber Einsatzkräften gefordert und das haben wir auch weiterhin nicht vor,“ erklärt Vorstandsdirektor Kurt Tschemernjak auf Anfrage des KURIER.

Landesrat Daniel Fellner (SPÖ) erwägt bei Notwendigkeit eine Gesetzesänderung, um Feuerwehrleute „im Ernstfall vor Forderungen zu schützen“.

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