Die Freundlichkeit des Maroni-Braters Safa Ayman ist sein Markenzeichen: Der fünffache Vater studierte früher in Ägypten Jus.

© Nina Oezelt

Chronik Österreich
11/25/2021

Ein bisschen Wärme vom g’studierten Maroni-Mann

Seit 25 Jahren hat Safa Ayman einen Stand beim Stadtpark.

von Nina Oezelt

Aus einem Autoradio in der Maroni-Hütte ertönt arabische Musik. Auf dem Stand vor dem Stadtpark ist eine leuchtende grüne Lichterkette befestigt. Eine Pensionistin geht vorbei, strahlt über beide Ohren, winkt aufgeregt. „Es gibt keinen, der so lächelt wie er“, sagt sie.

Fast alles um 2,50 Euro

Gemeint ist Maroni-Brater Safa Ayman. Er ist mit seinem Stand eine der wenigen kulinarischen Anlaufstellen, die im aktuellen Lockdown geblieben ist. 120 Stände haben dieses Jahr geöffnet.Seit 25 Jahren steht Ayman hier. Jedes Jahr verkauft er, von Oktober bis März: Maroni, Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer, Spiralkartoffel und Langos – fast alles um 2,50 Euro.

Um sich vor der Kälte zu schützen trägt er  mehrere Schichten Kleidung und steht nah am Maroni-Ofen. Dieser sieht   fast genauso aus wie vor 200 Jahren. So lange sind die Maroni-Brater in Wien heimisch. Früher wurden die Öfen mit Holzkohle beheizt, heute ist es Propangas. Und Maroni waren schon damals „to go“. 

Die Branche wurde von Kaiserin Maria Theresia geschaffen. Sie hat den Gottscheern, einer deutschsprachigen  Minderheit aus Slowenien,  ermöglicht,   als Wanderhändler Maroni zu verkaufen. Und wenn man in Krisenzeiten keine Esskastanien hatte, dann wurden Kartoffeln verkauft. 

Lächeln und Qualität

Immer wieder kommen bei Ayman Besucher vorbei. Sie grüßen ihn aus der Ferne oder kommen näher und bestellen etwas. Man bekommt zu hören: „Sein Lächeln ist besonders“. Seine Kunden sagen, Ayman habe die besten Maroni der Stadt, die Qualität sei fantastisch. „Ich habe so viele Kinder groß werden gesehen, manche kommen heute als Erwachsene vorbei“, sagt er.

Die Maroni kommen aus Italien, Safa Ayman aus El Menoufia in Ägypten. Der heute fünffache Vater studierte in seiner Heimat Jus. Als ältester Sohn musste er jedoch seine Familie ernähren – und ging deshalb in den 90ern nach Wien.

„Für Ägypter gab es 1990 hier zwei Jobs“, sagt Ayman. „Rosenverkäufer und Reklamen-Tapezierer.“ Er machte beides. Den Maroni-Stand übernahm er von seinem ehemaligen Kunden Franz, der Rosen bei ihm kaufte. Wie lange Ayman noch Maroni verkaufen will? „So lange ich lebe.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.