© Dominik Schreiber

Chronik Österreich
12/17/2020

Leiter der SOKO Ibiza vor großem Karrieresprung

Neuer Chef des Bundeskriminalamts: Drei Kandidaten haben sich beworben, doch die Entscheidung ist bereits gefallen.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Es ist eine Personalie, die in den kommenden Tagen wohl für Gesprächsstoff sorgen wird. Der Leiter der SOKO Ibiza, Andreas Holzer, steht laut KURIER-Informationen vor der Beförderung zum Leiter des Bundeskriminalamts. Dies dürfte noch vor Weihnachten offiziell verlautbart werden.

Im Innenministerium wird seine große Erfahrung in den Vordergrund gestellt. Der 42-jährige Holzer gilt als der kompletteste der potenziellen Bewerber. „Er ist auf jeden Fall auch jemand, den man in die Zeit im Bild 2 dabei setzen kann und der dort ein gutes Bild abgeben kann“, heißt es aus dem Umfeld des Innenministers.

Der Politikwissenschaftler feierte Erfolge in mehreren SOKOs, auch in der Ibiza-Affäre wurden zahlreiche Hintergründe enthüllt. So stellten die Ermittler das lang gesuchte Videomaterial in der Steckdose eines Feuerwehrmanns in Wiener Neustadt sicher. Erst vor zwei Wochen gelang die Verhaftung des Ibiza-Detektivs Julian H. Holzer ist etwa auch Initiator der Doping-Ermittlungen des Bundeskriminalamts. Und er war lange Jahre Leiter des Büros für Organisierte Kriminalität.

Streit mit der Justiz

Für Schlagzeilen sorgten aber auch die Auseinandersetzungen mit der Wirtschaft- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Das Verhältnis zwischen WKStA und Holzer hatte massive Schrammen erlitten, die Justiz erfuhr wochenlang nichts vom Fund des Ibiza-Videos. Seiner SOKO wurde immer wieder Parteilichkeit vorgeworfen, Holzer bestritt dies aber stets massiv.

Noch ist die Personalie nicht endgültig fixiert, am Donnerstagabend tagte zunächst die Bewertungskommission. Beworben hatte sich überraschend nicht der interimistische Leiter, Gerhard Lang. Als weitere Kandidaten stehen aber zwei ebenfalls verdiente Polizisten zur Verfügung. Beide haben – wie Holzer – langjährige Erfahrung im Bundeskriminalamt.

Gerald Tatzgern war die vergangenen Jahre der oberste Kämpfer gegen die Schlepperei und den Menschenhandel. Sein Team koordiniert europaweit viele Einsätze, er baute auch großartige Kontakte zu ausländischen Polizeidienststellen auf, die bis nach China reichen. Als ehemaliger Pressesprecher des Bundeskriminalamts gelang es ihm auch, seine Erfolge entsprechend medial zu verkaufen.

Tatzgern sorgte auch für Aufsehen, als er eine große Zahl von Migranten in seinem Ermittlungsbereich einsetzte.

Der dritte Bewerber, Reinhard Schmid, ist hingegen wenig bekannt. Er ist Leiter des zentralen Erkennungsdienstes im Bundeskriminalamt und zuständig etwa für die Gesichtsfelderkennung. Auch ihm werden von Kollegen gute Führungsqualitäten nachgesagt.

Nun ist aber Innenminister Karl Nehammer an der Reihe: „Von ihm folgt ein Ernennungsantrag an den Bundespräsidenten Alexander van der Bellen, dafür ist auch die Zustimmung von Vizekanzler Werner Kogler notwendig“, erklärt Karl Hutter, zuständiger Sektionschef für Personal.

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