Auch die Türkisen wollen gegen Identitäre Bewegung vorgehen

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Österreich
02/22/2020

Identitäre planen neues Zentrum und wollen auch Ältere ansprechen

Die rechtsextreme Bewegung möchte in ein Kellerlokal in Margareten ziehen. Die Polizei und der Verfassungsschutz beobachten.

von Julia Schrenk, Birgit Seiser

Seit drei Jahren wird das Kellerlokal eines Hauses auf der Ramperstorffergasse in Margareten renoviert. Fertiggestellt ist dort noch nichts – allerdings ist jetzt klar, wer in dieses Kellerlokal einziehen will: Die Identitäre Bewegung.

Die rechtsextreme Gruppierung will im 5. Bezirk eine Art Gemeinschaftsraum einrichten, von einem „patriotischen Zentrum“ soll die Rede sein.

In dem Haus, in dem dieses „Zentrum“ eingerichtet werden soll, befinden sich mehrere Eigentumswohnungen. Eine davon soll den Identitären für ihre Zwecke vom Eigentümer überlassen worden sein.

Wie der KURIER erfuhr, dürfte die Hausverwaltung lange nichts von den Plänen der rechtsextremen Gruppierung gewusst haben. Mittlerweile hat eine Eigentümerversammlung stattgefunden.

Denn seit bekannt ist, dass Identitäre das Kellerlokal renovieren, ist das Haus mehrfach mit Graffiti besprüht worden. Für die Eigentümer fallen also Kosten für die Reinigung an.

Behörden informiert

„Als wir von den Plänen erfahren haben, haben wir das sofort der Polizei gemeldet“, sagt Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery (SPÖ) beim großen KURIER-Grätzelgespräch am Donnerstag.

Alle Behörden seien informiert, auch der Verfassungsschutz. Die Polizei bestätigt das. „Es wird dort verstärkt beobachtet“, sagt Polizeisprecher Harald Sörös zum KURIER. Vorfälle habe es bislang an der Adresse aber keine gegeben.

60 Leute bei Treffen

Während ein Bericht des Standards am Freitag das Ende der Identitären Bewegung Österreich vorhersagte, dürfte eine Veranstaltung der Gruppierung am Mittwoch gut besucht gewesen sein. Rund 60 Personen sollen sich in einem Lokal in der Leopoldstadt zu einem sogenannten "Bürgertreffen" versammelt haben. Die Wirte, die nicht wussten, wem sie da Drinks und Schnitzel servieren, dürften nicht begeistert gewesen sein. Das Lokal war jedenfalls schon zum Beginn der Veranstaltung von Mitgliedern der Antifa umringt gewesen. Die "Bürger" trafen sich schließlich nur zum Essen und verließen das Lokal dann wieder. 

Homepage nicht aufrufbar

Am Freitag war dann die Homepage der rechtsextremen Bewegung nicht mehr aufrufbar. Ein Ende der IB soll das aber nicht sein - ganz im Gegenteil, wie IB-Chef Martin Sellner sagt: "Wir haben gemerkt, dass die Identitäre Bewegung nur junge Menschen anspricht und das soll geändert werden. Wir werden jetzt 'Die Österreicher' in unserer Homepage integreiren. Sie ist für Patrioten wie mich gedacht, also jene über 30 Jahre." Zur Causa in Sachen Wohnung äußerste sich Sellner nicht.

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