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Chronik Österreich
01/20/2020

Verwirrspiel um Strache und Sellner beim Tanz in der Hofburg

Der Ex-FPÖ-Chef macht es spannend. Martin Sellner als Ballgast lässt die Wogen hochgehen.

von Birgit Seiser

Tanzt er? Oder tanzt er nicht? Wohl selten machten sich die FPÖ-Funktionäre so viele Gedanken ums Beisammensein wie jetzt vor dem Akademikerball – von der Ibiza-Affäre einmal abgesehen. Und wieder ist es Heinz-Christian Strache, der die Gemüter

erregt. Im November hatte er im KURIER angekündigt, zum Ball der Burschenschaften in die Wiener Hofburg kommen zu wollen. Auch aktuell sagte er auf Anfrage, er wolle „vielleicht“ am Freitag dabei sein.

Nachdem Strache aus der Partei ausgeschlossen wurde, könnte sein Erscheinen unangenehm werden. Ballorganisator und FP-Landtagsabgeordneter Udo Guggenbichler erklärte, dass er nicht wisse, ob sich Strache eine Karte gekauft habe.

Abgesehen von Strache, macht dem Ballorganisator noch ein anderer Gast indirekt Probleme. Martin Sellner, Chef der als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung, hat auch sein Kommen angekündigt. Bei ÖVP und SPÖ sorgte das für Empörung. „Dass Identitären-Chef Martin Sellner am Akademikerball der FPÖ teilnimmt, offenbart wieder einmal, dass es innerhalb der FPÖ keine klare Haltung gegen diese Organisation gibt“, sagt der ÖVP-Abgeordnete Martin Engelberg.

„Schwarzes“ Liederbuch

Engelbergs zwischen den Zeilen herauslesbare Forderung, manche Bürger von einer Teilnahme am Ball auszuschließen, halte ich für

demokratiepolitisch bedenklich. Das erinnert an die späten Dreißiger-Jahre, wo unbescholtene Bürger aufgrund ihrer Religion ausgegrenzt wurden. Eine solche Vorgangsweise halte ich für gefährlich“, kontert Guggenbichler. Dieser Vergleich mit der Judenverfolgung ist insofern brisant, da Martin Engelberg selbst jüdischen Glaubens ist.

Die ÖVP solle laut Guggenbichler vor ihrer eigenen Türe kehren. Immerhin liefen Ermittlungen gegen den katholischen Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV), da im Verbandsliederbuch das Lied „Es lagen die alten Germanen“ aufgeschienen sei. Das Lied sorgte mit antisemitischen Versen für den Liederbuch-Skandal in der Burschenschaft „Germania“ Wiener Neustadt. Birgit Seiser

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