UNWETTER: OBERÖSTERREICH

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Chronik Österreich
07/29/2020

Heftige Gewitter: Sturm und Hagel sorgten für schwere Schäden

Dienstagabend zog vielerorts Sturm auf, Feuerwehren befanden sich im Großeinsatz. Hagel richtete in der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe an.

Auf die Hitze folgten Blitze. Nach dem bisher heißesten Tag des Jahres sind am Dienstag in den Abendstunden schwere Unwetter über Österreich gezogen. Dächer wurden abgedeckt und Keller überflutet. Mehrere Straßen, in Salzburg etwa die B 159 beim Pass Lueg, mussten gesperrt werden. Die örtlichen Feuerwehren standen im Großeinsatz. Hagel richtete in der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe an.

In Niederösterreich stand laut Feuerwehr der Bezirk St. Pölten im Mittelpunkt des Geschehens. In Salzburg sorgten in Golling im Bezirk Hallein Starkwind und heftige Regenfälle, teils mit Hagel, für zahlreiche umgestürzte Bäume. Im Tiroler Zillertal ist in Ramsau ein Baum auf zwei Carports und einen Hundezwinger gestürzt, auf das Dach des Nachbarhauses stürzte ebenfalls ein Baum.

Heftige Gewitter über Wien

Die Unterführung bei der U-Bahn-Station Heiligenstadt stand unter Wasser.

Auch der Wienfluss führte Hochwasser.

Landwirtschaft: Schäden in Millionenhöhe

Allein in Oberösterreich haben die Unwetter in der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Laut ersten Erhebungen der Hagelversicherung dürfte dort ein Schaden von rund 2,5 Mio. Euro entstanden sein.

UNWETTER: TIROL

Wien: Knapp 200 Einsätze zusätzlich 

"Es ist gestern Abend ziemlich rund gegangen", so Gerald Schimpf, Sprecher der Berufsfeuerwehr in Wien, zu den Einsätzen, die am Dienstagabend und in der Nacht auf Mittwoch aufgrund der Unwetter über der Stadt erforderlich waren. Knapp 200 Einsätze wurden absolviert, die den Gewittern zugeordnet wurden. Davon betraf fast ein Viertel den Bezirk Döbling.

"Ab 20.30 Uhr hatten wir erhöhte Einsatzbereitschaft", sagte Schimpf. "Es waren einige Fahrzeuge zusätzlich im Dienst." Neben Döbling waren die Bezirke Penzing, Ottakring, Hernals und Brigittenau am stärksten betroffen. In Döbling erwischte es besonders das Gebiet Krottenbachstraße und Umgebung.

Die meisten Einsätze waren "Unwetter-typisch": Umgestürzte Bäume, Wassereintritt über Dächer, oder auszupumpende Räume. "Es gab zum Glück kaum Einsätze mit Personengefährdung", betonte Schimpf. Bis 6.00 Uhr waren die Arbeiten abgeschlossen.

Bereits zuvor hatte die Hitze am Dienstag für erhöhtes Arbeitsaufkommen bei der Feuerwehr gesorgt. Es gab mehrere CO-Zwischenfälle. "Zum Glück ist alles glimpflich ausgegangen", sagte Schimpf.

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In Niederösterreich stand laut Feuerwehr der Bezirk St. Pölten im Mittelpunkt des Geschehens. Heftige Sturmböen und intensive Niederschläge hatten im Zentralraum fast 200 Einsätze von 50 Feuerwehren zur Folge, teilte ein Sprecher mit.

Bis weit nach Mitternacht waren überflutete Keller auszupumpen, nach Hangrutschungen vermurte Straßen zu reinigen und dutzende umgestürzte Bäume zu beseitigen, die auf Strom- und Telefonleitungen, aber auch auf Schienen von Bahnstrecken gekracht waren. Dachziegel von Häusern hatten sich ebenfalls gelöst.

Aufregung herrschte kurzfristig nach einem Notruf aus St. Pölten-Viehofen. Laut einem Anrufer war ein Baum auf ein Auto gestürzt, Insassen seien eingeklemmt. "Zum Glück eine Falschmeldung", berichtete ein Sprecher. Das Auto war leer, wurde jedoch stark beschädigt. Zwei Blitze schlugen in Trafoanlagen ein, daraus resultierende Kleinbrände wurden von der Feuerwehr rasch gelöscht. Verletzt wurde bei den zahlreichen Einsätzen niemand.

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Die FF St. Pölten-St. Georgen berichtete, dass innerhalb kürzester Zeit 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter niedergegangen seien. "Diese Wassermassen brachten das Kanalsystem an seine Grenzen." Keller, u.a. auch in einem Industriebetrieb, wurden ebenso überflutet wie ein Pferdehof.

Alle anderen niederösterreichischen Regionen blieben von der Unwetterfront mehr oder weniger verschont. Lediglich der Bezirk Tulln wurde nach Feuerwehrangaben noch von den Ausläufern gestreift. 15 Bäume stürzten um.

Unwetter mit Starkregen und Hagelschlag haben am Dienstagabend auch in Vorarlberg 15 Feuerwehr-Einsätze notwendig gemacht. In der Mehrzahl der Fälle mussten unter Wasser stehende Keller ausgepumpt werden, hieß es auf APA-Anfrage bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Feldkirch. Ein Blitzeinschlag in ein Einfamilienhaus in Altach (Bez. Feldkirch) ging glimpflich aus. Verletzt wurde niemand.

Etwa die Hälfte der Einsätze konzentrierte sich auf die Region Hohenems-Altach-Götzis. Im vom Blitz getroffenen Gebäude entstand laut Polizei zwar eine starke Rauchentwicklung, die Feuerwehr konnte jedoch verhindern, dass das Haus in Brand geriet. Es sei lediglich geringer Sachschaden entstanden, hieß es. Ebenfalls in Hohenems und Altach wurden Straßen überflutet bzw. durch umgestürzte Bäume verlegt.

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Heftige Unwetter sind in der Nacht auf Mittwoch in der Steiermark vor allem über den obersteirischen Bezirken auch in der West- und Südsteiermark niedergegangen. In den Bezirken Liezen, Leoben, Bruck-Mürzzuschlag, Murtal und Hartberg-Fürstenfeld wurden Keller ausgepumpt sowie Bäume von Straßen entfernt, wie der Landesfeuerwehrverband mitteilte. Gesamt waren rund 60 Feuerwehreinsätze zu bewältigen.

Allein im Bezirk Liezen wütete ein Unwetter etwa drei Stunden lang, rund zwei Dutzend Einsätze hielten über 400 Mann von 27 Feuerwehren auf Trab. Zum Großteil galt es für die eingesetzten Wehren überschwemmte Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume von Verkehrswegen zu entfernen. 

UNWETTER: OBERÖSTERREICH

Auf der L725 zwischen Ramsau und Weißenbach stürzten bei Haus im Ennstal mehrere Bäume auf die Straße, eine Pkw-Lenkerin hatte dabei großes Glück. Ihr Fahrzeug prallte gegen einen Baumstamm, die Lenkerin blieb jedoch unverletzt und konnte sich selbst aus dem Wagen befreien. Sie wurde von Sanitätern der Feuerwehr bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut. Parallel dazu räumten die Einsatzkräfte mit Motorsägen und einem Traktor die Straße wieder frei.

In Liezen-Friedau schlug ein Blitz in ein Haus ein, das dadurch ausgelöste Feuer war aber rasch unter Kontrolle. In Bad Mitterndorf wurde ein Pkw in eine Bahnunterführung geschwemmt, es befand sich aber niemand im Wagen. Die Feuerwehr barg das Wrack.

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Hitzehöhepunkt

Zuvor nutzten aber viele den Sommertag. So haben fast alle Wiener Freibäder ihr Gästelimit erreicht. Der letzte Hitzehöhepunkt vom 10. Juli mit 35,5 Grad wurde heute übertroffen. 

Doch nicht nur in der Bundeshauptstadt war es ein überdurchschnittlich warmer Sommertag. Österreichweit waren die heißesten Orte folgende: Bei der Innsbruck Universität, in Wien Donaufeld und in Hohenau, Niederösterreich, wurden je 36,3 Grad gemessen. In Bad Deutsch-Altenburg, ebenso in Niederösterreich, schwitzte man bei 36,1 Grad und in Wien Hohe Warte bei 35,9 Grad.

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