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Chronik Österreich
10/22/2020

Gedränge vor den Liften: Jetzt drohen Behörden mit Strafen

Bilder von dichtem Gedränge in Skigebieten rufen die Behörden auf den Plan. Die Abstandsregeln werden oft nicht ernst genommen.

von Christian Willim, Patrick Wammerl, Wolfgang Atzenhofer

Drei Tiroler Gletscherskigebiete, drei verschiedene Bezirke und überall ähnliche Bilder, die in sozialen Onlineforen für Aufregung sorgen: Sie zeigen dicht gedrängte Skifahrer bei den Seilbahnstationen am Kaunertaler (Bezirk Landeck), am Stubaier (Bezirk Innsbruck-Land) und am Hintertuxer Gletscher (Bezirk Schwaz).

Wahlweise werden die Liftbetreiber oder die Skifahrer als verantwortungslos kritisiert, weil keine Corona-Abstandsregeln eingehalten werden. Und das, obwohl derzeit praktisch kein Tag vergeht, an dem nicht ein Skigebiet in Österreich seine Sicherheitskonzepte für den heurigen Winter präsentiert.

Vonseiten der Hintertuxer Gletscherbahnen hieß es zum Gedränge bei den Liften, dass es zwar Absperrungen und Kontrollen gäbe. Viele Skifahrer würden sich aber nicht an die Vorgaben halten.

500 Euro Strafe

Das ruft nun die Tiroler Behörden auf den Plan. „Solche Bilder möchten wir einfach nicht mehr sehen“, sagte Josef Schreier von der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land am Donnerstag gegenüber dem ORF Tirol.

Die Polizei werde die Einhaltung der Regeln kontrollieren. Uneinsichtige müssten mit Strafen von bis zu 500 Euro rechnen. Um den Andrang zu den Skigebieten zu drosseln, könnte der Verkehr dorthin dosiert werden.

Die Aufregung um das Skifahrergewusel zeigt, dass Tirols Wintertourismus heuer mit Argusaugen beobachtet wird. Der Corona-Hotspot Ischgl steht besonders im Fokus. Und da hat ausgerechnet das „Kitzloch“ – Ausgangspunkt von massenhaft Covid-19-Infektionen im März – ebenfalls für Wirbel gesorgt.

Lokalbesitzer Bernhard Zangerl kündigt auf Facebook seit einigen Tagen die Wiedereröffnung seines Lokals am 25. November an. Die „Kitzloch“-Homepage hat er aber noch nicht an die neuen Zeiten angepasst. Dort wird mit Après-Ski-Bildern und „ausgelassen feiern und hemmungslos tanzen“ geworben.

„Das wird natürlich noch geändert“, sagt Zangerl, gesteht aber ein: „Es wäre vielleicht gescheiter gewesen, das gleich zu machen.“ Wie groß der Andrang in Tirol – Stichwort Reisewarnung – heuer sein wird, steht freilich in den Sternen. In den östlichen Skigebieten nahe von Wien und den Ballungszentren rechnet man damit, dass viele auf den Skiurlaub in den westlichen Skigebieten verzichten und stattdessen vor der Haustüre tageweise die Ski anschnallen.

Sessellifte als Vorteil

Was eine mögliche Ansteckung mit dem Virus während des Skifahrens betrifft, komme Niederösterreich die etwas rückständigen Strukturen bei den Liften zugute, meint Markus Redl von den NÖ Bergbahnen. In ganz Niederösterreich gibt es nur eine einzige Gondelbahn, nämlich am Semmering.

„Sonst haben wir nur offene Fahrbetriebsmittel. Mit Masken sollte es daher am Lift kein Risiko geben“, erklärt Redl. Über die Taskforce „Sicher rausgehen in NÖ“ wurde ein Leitfaden mit einem Präventionskonzept für Skigebiete entwickelt. „Wir tingeln gerade durch das Land und beraten die Bergbahnen und Betriebe.“

Am Hochkar hat man bereits erste Erfahrungen sammeln können. Dort wurde, wie berichtet, am Wochenende ein Kontingent von Gratistickets für einen Corona-Testbetrieb ausgegeben. „Vom ersten Skitag haben wir jetzt wertvolle Erfahrungen für die Saison sammeln können“, sagt Geschäftsführer Andreas Buder. Eine Erkenntnis: Bei den Lifteinstiegsbereichen muss durchaus an die Abstandsdisziplin der Leute appelliert werden.

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