For Forest art installation in Klagenfurt

© EPA / CHRISTIAN BRUNA

Kärnten
02/08/2020

For Forest fordert von Künstler „Rückzahlung von Steuermitteln“

Klaus Littmann will 39.000 Euro für „künstlerische Leistung“. Der Schweizer war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Zumindest für Anwälte scheint das Projekt im Klagenfurter Stadion eine nachhaltige Angelegenheit gewesen zu sein. Mit der sechsten Klage, diesmal von „ErmöglicherKlaus Littmann, ist das Projekt um ein Kapitel reicher – zumindest vor Gericht. 39.000 Euro will der Schweizer – und das für seine „künstlerische Leistung.“

Die Projekt-GmbH For Forest erkennt die Forderung Littmanns aber nicht an und bezeichnet den Großteil der Rechnungen als abbezahlt. For Forest begründet das so: „Littmann hatte die alleinige Budgethoheit aller künstlerischer Aktivitäten. Er hat sich vertraglich verpflichtet, den Budgetrahmen nicht zu überschreiten. Das künstlerische Budget wurde erheblich überzogen.“ Daraus sei für die Gesellschaft ein Schaden entstanden, der höher sein soll als die  39.000 Euro. Es soll ein Mehrbetrag wieder an die Stadt zurückgehen, fordert For Forest.

Im Gegenzug wurden von Veranstalterseite das erste Mal „Steuermittel“ zur Sprache gebracht. Lang und hitzig wurde diskutiert. Mehrmals betonte Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) vor dem Projektanfang, dass ihr klar sei, dass das Projekt ohne Steuergeld auskommen müsse. Diese Aussage wandelte sich im Verlauf des Kunstprojektes in ein „Nicht-direkt-ins-Projekt-Fließen“ um. Damit waren zeitgleich stattfindende Veranstaltungen gemeint.

For Forest spricht aber in der Aussendung davon, dass Littmann 45.000 Euro von der Stadt bekommen hat – de facto direkt. Die Stadt hatte die Überweisung zwar bereits schon früher bestätigt, jedoch immer in Verbindung mit dem Organisieren zweier Korrespondenzveranstaltungen gebracht. Man habe den Schweizer „vergeblich dazu aufgefordert, den Betrag an die Stadt rückzuüberweisen,“ hieß es von For Forest.

 

 

 

Vertrag

Im Grundsatzbeschluss vom 27.3.2017, erteilte die Stadt der Sportpark GmbH Erlaubnis, einen Benützungsvertrag mit Littmann zu unterzeichnen. Dass dieser erst 17 Monate später unterzeichnet wurde, ist praktisch unbekannt. Zu diesem Zeitpunkt hätte laut Sportpark nur mehr Littmann zurücktreten können. Die Frage, die sich nun Gemeinderat Klaus-Jürgen Jandl(TK) stellt: Warum hat sich die Stadt nicht ebenfalls einen Rücktritt bis zu diesem Zeitpunkt vorbehalten. In Kärnten war immer wieder bemängelt worden, dass der WAC seine Europa-League-Spiele nicht in dem Stadion austragen konnte. Dabei habe sich die mögliche Qualifikation bereits damals abgezeichnet.