© Dominik Schreiber

Chronik Österreich
05/27/2020

Erste Erkenntnisse nach dem Donauinsel-Großbrand

Sansibar: 400.000 Euro Schulden, aber eher kein Fremdverschulden

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Es dauerte ziemlich genau 25 Minuten vom ersten Glosen bis zum kompletten Niederbrennen der Sansibar. Das ergaben die ersten Analysen der Videoaufnahmen von dem Großbrand vergangene Woche auf der Donauinsel. Noch sind die offiziellen Untersuchungen der Polizei im Laufen, allerdings gibt es schon erste Erkenntnisse:

So brach das Feuer fast exakt um 9 Uhr Vormittag aus, so als ob man die Uhr danach stellen könnte. Das würde zwei Dinge möglich machen: eine (defekte) Zeitschaltung bei der Elektrik oder natürlich eine raffinierte Brandstiftung. Beides schließt man bei den Sansibar-Betreibern (der Familie Ercin) aus: Eine Zeitschaltuhr sei nicht eingebaut und für eine Brandstiftung von Personen aus dem Umfeld des Lokals gebe es kein Motiv.

Tatsächlich galt die Bar als Cashcow der Sunken City, außerdem gehört das Lokal eigentlich der Gastro-Unternehmerfamilie Hofbauer. Die (versicherte) Inneneinrichtung sei außerdem gerade frisch eingebaut gewesen.

„Wir haben uns nichts zu Schulden kommen lassen, das ist unser bestes Lokal und wir sind nur die Pächter“, sagt Betreiber Yusuf Ercin. „Die Wahrheit wird herauskommen. Meine beiden Söhne sind am Boden zerstört.“

Die letzte offizielle Bilanz (aus dem Jahr 2018) der Betreiberfirma mit 49 Mitarbeitern ist allerdings nicht ganz so rosig wie vermutet. Denn dort ist ein Schuldenstand von immerhin 396.200 Euro zu finden. Die Betreiber erklären das so: Das Lokal wurde in diesem Jahr von Vater Yusuf an die Söhne Philipp und Dominik übergeben, deshalb sei eine hohe Ablöse (von knapp 290.000 Euro) einberechnet. Man habe aktuell keinerlei Schulden, wird betont.

Keine Insolvenz

Falsch sind jedenfalls Gerüchte, die von einer angeblichen Insolvenz des Lokals berichten. Dabei handelt es sich um eine namensähnliche Firma, die tatsächlich rein zufällig am Tag vor dem Brand pleite gegangen ist. Diese hat aber mit der Sansibar überhaupt nichts zu tun. Fest steht auch, dass es bisher keine Zeugen gibt, die einen möglichen Brandstifter weglaufen gesehen haben.

Langjährige Beobachter der mysteriösen Brandserie um die Vergnügungsmeile Copa Cagrana meinen außerdem, dass alle Feuer, die gelegt wurden, in dunkler Nacht begannen. Man müsste schon sehr raffiniert sein, um ein Lokal vor Zeugen am helllichten Tag anzuzünden.

Die umliegenden Lokale sind jedenfalls vollkommen unversehrt geblieben und freuen sich über Besucher. Diese kamen in den vergangenen Tagen in Scharen – ein Getränk mit Blick auf eine Brandruine wollten sich viele nicht entgehen lassen.

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