© Steiermark Tourismus / Tom Lamm

Chronik Österreich
02/22/2022

Erste Bilanz der Semesterferien: "Stammgäste haben uns gerettet"

Es lief trotz 2-G besser als erwartet. Nun hoffen Hoteliers auf eine Lockerung der deutschen Quarantäneregeln für Kinder.

von Christian Willim, Elisabeth Holzer

Der Großteil von Österreichs Schülern sitzt schon wieder in den Klassenzimmern. Nur Oberösterreich und die Steiermark sind als letzte Bundesländer gerade mitten in den Semesterferien allerdings als erste unter lockereren Bedingungen, Stichwort 3-G (geimpft, genesen oder getestet) statt 2-G am Skilift, in der Berghütte oder im Hotel; das gilt erst wieder seit Samstag.

Die gesenkten Corona-Schutzmaßnahmen hatten positive Folgen, jedenfalls für Skigebiete und Hotellerie. „In dem Moment, in dem es Lockerungen gibt und Reisewarnungen aufgehoben werden, steigt die Nachfrage spürbar an“, schildert Erich Neuhold, Geschäftsführer von Steiermark Tourismus. Dennoch  - je nach Region sind bisher ein Viertel bis ein Drittel weniger Winterurlauber da als in den Semesterferien 2019.

Das Minus ist in Österreich aber weniger groß als ursprünglich befürchtet. „Es ist wesentlich besser gelaufen als erhofft. In den Wintersportregionen sind wir weiter über 65 Prozent Auslastung gekommen“, betont auch Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hoteliersvereinigung (ÖHV).

Im Jänner fürchtete man noch, dass es nur 40 bis 45 Prozent werden. Veit macht die wesentlich mildere Omikron-Variante dafür verantwortlich, dass einheimische Stammgäste sich doch noch für den Familienurlaub entschieden haben: „Die haben uns sicher gerettet.“

Ähnliches berichtet auch Erich Neuhold für die Steiermark. „Die Gäste waren froh, dass überhaupt wieder richtiger Urlaub möglich ist.“ Auch wenn in den ersten beiden Tranchen der Semesterferien noch 2-G (geimpft oder genesen) galt die Regel schien sich eingespielt zu haben.

Die Corona-Regeln werden ernst genommen

„Sicheres Freizeitvergnügen hat bei vielen Gästen Priorität“, überlegt Fabrice Giradoni von den Bergbahnen Stuhleck. Katharina Bliem vom gleichnamigen Hotel im Haus im Ennstal beschreibt das so: „90 Prozent der Gäste sind sehr erpicht darauf, dass alle Maßnahmen eingehalten werden. Sollten im Hotel Gäste sitzen, die es mit der Maske nicht so genau nehmen, werden wir umgehend gebeten, aktiv zu werden.“

Coronabedingt buchen die Urlauber aber immer kurzfristiger. „Bei uns haben die Gäste teilweise am Freitagnachmittag für eine ganze Woche ab Samstag gebucht, nachdem die Tests aller Familienmitglieder negativ waren“, erzählt Veit aus seinem eigenen Hotel in Salzburg. „Destinationen, die traditionell auf internationale Gäste setzen, geht es aber noch schlecht“, erläutert Veit, der deshalb von „großen regionalen Unterschieden“ spricht.

Mit Hinblick auf die bayerischen Semesterferien, die am Samstag starten, hofft er auf Lockerungen jenseits der Grenze. „Es steht im Raum, dass die Quarantäne für Kinder unter zwölf Jahren fällt, die aus einem Hochrisikogebiet kommen.“ Als solches ist Österreich im Hauptmarkt Deutschland nach wie vor eingestuft. Kommt die Lockerung tatsächlich, „dann rechnen wir massiv mit Buchungen“, so Veit.

Hoffen auf das Finale

Auch in Tirol, dem wichtigsten Wintertourismusbundesland, ist die Stimmung so gut wie schon lange nicht mehr. „Grundsätzlich spürt man, dass endlich wieder der Optimismus zurück ist“, sagt Branchensprecher Mario Gerber. Seine Bilanz zu den Semesterferien fällt differenziert aus: „Wir haben Regionen mit einer Auslastung von 80 bis 85 Prozent. In anderen sind es 50 bis 70 Prozent. Und in der Landeshauptstadt sind es unter 40 Prozent. Außerhalb vom Produkt Ski haben wir noch Aufholbedarf.“

Der Tiroler Tourismus bewirbt nun laut Gerber vor allem die Öffnungen mit 5. März. „Urlaub ist dann so möglich, wie er früher war.“ Was den Rest der Saison betrifft, hofft er „auf ein versöhnliches Finale.“

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