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Chronik Österreich
11/16/2021

Tote Frau vor Behörde abgelegt: Verdächtiger legt Geständnis ab

Getötete 29-Jährige soll in mehreren Saunaclubs gearbeitete haben. Verdächtiger war wohl Einzeltäter.

von Anja Kröll

Seit Dienstagnachmittag befindet sich jener 28-Jährige, der einer grausamen Tat beschuldigt wird, in der Justizanstalt Klagenfurt: Der Rumäne soll am Montag am helllichten Tag die Leiche einer 29-jährigen Landsfrau direkt vor der Tür der Bezirkshauptmannschaft Villach-Land abgelegt haben.  Passanten beobachteten, wie der Mann um 14.50 Uhr mit seinem Pkw vor dem Amtsgebäude vorfuhr und den leblosen Körper aus dem Wagen hievte. „Sie haben dann die Polizei informiert. Der Verdächtige konnte festgenommen werden“, erklärt Polizeisprecher Rainer Dionisio. Für die Frau kam trotz sofortiger Hilfe durch einen Notarzt jede Hilfe zu spät. Der Mann hat laut Staatsanwaltschaft die Tat mittlerweile gestanden: „Der Hintergrund und die Motivlage müssen noch ermittelt werden“, sagte Markus Kitz, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, am Mittwoch auf APA-Anfrage. „Wir gehen davon aus, dass der Mann als Alleintäter gehandelt hat“, sagte Kitz. Wie erste Ermittlungen ergeben haben, dürfte der Tat ein Streit vorangegangen sein.

Spur ins Rotlicht


Bei der Toten handelt es sich um eine 29-Jährige. Aus Ermittlerkreisen ist zu vernehmen, dass sie offenbar im Rotlichtmilieu tätig war. Sie soll in zwei großen Saunaclubs in und um Villach regelmäßig ihre Dienste angeboten haben. Die Rumänin und der 28-Jährige verfügten über die selbe Meldeadresse. Ob er ihr Zuhälter war, bleibt vorerst ein Gerücht.


Fest steht hingegen das Obduktionsergebnis. Noch in der Nacht auf Dienstag wurde die Obduktion durchgeführt. Das Opfer wies demnach keine äußerlich erkennbaren Verletzungen durch Stiche oder Schüsse auf. Laut Obduktionsergebnis verstarb die 29-Jährige an massiven Gewalteinwirkungen durch einen stumpfen Gegenstand. Die Polizei geht davon aus, dass sie mit einem selbst geschnitzten Baseball-Schläger erschlagen wurde. Eine rund ein Meter lange mögliche Tatwaffe aus Holz wurde sichergestellt.

Krisenintervention für Mitarbeiter


Bei der Bezirkshauptmannschaft  zeigte man sich nach der Tragödie zutiefst betroffen. Über den Fall 
äußerte sich Bezirkshauptmann Bernd Riepan auf KURIER-Nachfrage nicht. „Aber wir haben allen unseren Mitarbeitern natürlich auf freiwilliger Basis die Möglichkeit zur Verfügung gestellt, die Dienste des Kriseninterventions-Teams in Anspruch zu nehmen.“ Die Ermittlungen der Polizei laufen unterdessen auf Hochtouren. Offen bleibt etwa, wo sich der Tatort befindet. Doch auch hier gibt es eine heiße Spur. Das Auto, in dem die Frau zur Behörde transportiert wurde, konnte unterdessen im Gewerbegebiet von Villach sichergestellt werden. Entscheidend bleibt, was der Verdächtige in seiner Befragung aussagt.


Im heurigen Jahr wurden bereits 24 Frauen von ihren (Ex-)-Partnern ermordet und weit über 40 beinahe getötet. Das belegt eine Statistik der autonomen Frauenhäuser. Österreich ist in der Europäischen Union laut der Statistikbehörde das einzige Land, in dem mehr Frauen als Männer ermordet werden. 2019 waren es 39 Frauen und im Jahr davor 41 Frauen.

Gewalt von Männern gegen Frauen gibt es in allen sozialen Schichten, Nationen, Familienverhältnissen und Berufsgruppen. Morde an Frauen können auch Femizide sein. Der Begriff soll ausdrücken, dass hinter diesen Morden oft keine individuellen, sondern auch gesamtgesellschaftliche Probleme wie etwa die Abwertung von Frauen und patriarchale Rollenbilder stehen.


Hilfe für Gewalt-Betroffene gibt es hier: Frauenhelpline (Mo – So, 0 – 24 Uhr, kostenlos), 0800 / 222 555 Männernotruf: (Mo – So, 0 – 24 Uhr, kostenlos), 0800 / 246 247.

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