Chronik | Österreich
18.03.2016

Tod von Ex-Miss-Austria: Eltern wollen weitere Ermittlungen

Telefonat nach Absturz der Tirolerin Ena Kadic lässt Familie keine Ruhe.

Es geht um 57 Sekunden und darum, was in dieser Zeit passiert ist. Fast eine Minute dauerte ein Telefonat, das Ena Kadic am 16. Oktober des Vorjahrs geführt hat. Die 26-jährige Tirolerin lag da bereits schwer verletzt rund 30 Meter unterhalb einer Aussichtsplattform am Innsbrucker Bergisel. Dass die Ex-Miss Austria in dieser Lage noch versucht hat, einen Bekannten zu erreichen, hat ihre Eltern – wie berichtet – stutzig gemacht.

Laut der Mobildaten-Auswertung von Kadics Handy gab es ein 57 Sekunden langes Telefonat. Vater und Mutter verdächtigen den Bekannten, ihre Tochter in den Suizid getrieben zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat daher den Mann, wie von Opferanwalt Hermann Holzmann beantragt, einvernommen und anschließend Ende Februar sämtliche Ermittlungen eingestellt. Die Befragung des Bekannten habe "keine Anhaltspunkte" für eine Anleitung zum Suizid ergeben, hieß es.

Damals hatte Holzmann im KURIER-Gespräch gemeint: "Wenn alles nachvollziehbar ist, dann passt das." Ansonsten würden neue Beweisanträge gestellt. Genau das hat der Anwalt nun gemacht. Den aus Sicht von Kadics Eltern konnte bisher noch immer nicht geklärt werden, welchen Inhalt das Gespräch zwischen der 26-Jährigen und ihrem Bekannten hatte.

Mobilbox prüfen

Für die Verwandten steht angesichts der Länge des protokollierten Telefonats fest: Entweder gab es ein Gespräch, oder der Anruf von Kadic muss zumindest auf der Mobilbox des Mannes gelandet sein. Ob auf seinem Handy eine Nachricht eingelangt ist, soll nun durch die Auswertung seiner Handydaten festgestellt werden. Ein Gespräch soll der Bekannte der toten Ex-Miss bei seiner Befragung bestritten haben.

Des Weiteren wird beantragt, dass ein an der Unfallstelle gefundener Einweghandschuh auf DNA der Toten und von Fremden untersucht wird. Das könnte eine mögliche Fremdeinwirkung vor dem Sturz beweisen.