Chronik | Österreich
20.10.2015

Nach Absturz: Ex-Miss Austria starb in Klinik

Die 26-Jährige hatte am Freitag einen tragischen Unfall am Bergisel in Tirol.

Ena Kadic ist tot. Drei Tage nach ihrem Absturz am Tiroler Bergisel starb die ehemalige Miss Austria Montagabend gegen 22.30 Uhr in der Innsbrucker Uniklinik. Das bestätigt das Tiroler Landeskriminalamt auf KURIER-Anfrage. Sie erlag ihren schweren inneren Verletzungen. Eine gerichtlich angeordnete Obduktion bestätigte am Dienstag ein Polytrauma offenbar nach einem "Sturzgeschehen".

Um die 26-Jährige war es seit dem Wochenende schlecht gestanden. "Sie liegt auf der Intensivstation und befindet sich in äußerst kritischem Zustand", teilte ein Sprecher der Innsbrucker Klinik mit.

Die Frau war nach derzeitigem Ermittlungsstand am Freitag beim Joggen am Bergisel abgestürzt. Dabei zog sich Kadic lebensgefährliche Verletzungen zu. "Wir gehen von einem Unfallgeschehen aus", meinte ein Ermittler. Die Frau wurde nahe der Aussichtsplattform Drachenfelsen aufgefunden und per Helikopter nach Innsbruck ins Spital gebracht. Sie dürfte 40 Meter in die Tiefe gestürzt sein.

Bruder per Handy verständigt

DieSiegerin des Miss-Austria-Bewerbs 2013, die häufig am Bergisel joggen geht, habe nach dem Sturz noch selbst ihren Bruder mit dem Handy verständigt und gesagt, sie sei abgestürzt, sagte der mit den Ermittlungen vertraute Polizist Ernst Kranebitter. Die Polizei schließt ein Verbrechen bzw. einen Suizid-Versuch aus.

Zudem wurde am Montag ein Trainingspartner der jungen Frau befragt. Mit ihm hat es am Tag des Absturzes noch einen SMS-Kontakt gegeben. „Es hat sich herausgestellt, dass das nur eine Sammel-SMS war, die an eine Verabredung am Abend erinnern sollte“, erklärt Kranebitter.

Nachdem Kadic ihren Bruder angerufen hatte, fuhr die Mutter zur gewohnten Laufroute ihrer Tochter. Nahe der Aussichtsplattform Drachenfelsen, wo die Schwerstverletzte gefunden wurde, bat sie zwei Studenten im Alter von 26 und 27 Jahren um Hilfe bei der Suche. Die beiden fanden die 26-Jährige schließlich unterhalb der Aussichtsplattform. Nach der Erstversorgung wurde sie von der Crew des Notarzthubschraubers geborgen und mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Innsbrucker Klinik geflogen.

Zeuge sah 26-Jährige vor Unfall

Die genaueren Umstände des Absturzes waren vorerst weiter unklar. Kadic selbst war seit ihrer Rettung vom Unfallort nicht mehr zu Bewusstsein gekommen. Am Montag meldete sich ein Zeuge, der gesehen haben will, dass Kadic auf dem Geländer der Plattform gesessen sei und mit ihrem Handy hantiert habe. Sie sei aber sofort heruntergestiegen, als er näher gekommen war. Die Polizei ersuchte Spaziergänger, die in den 45 Minuten vor dem Sturz Kadic noch gesehen haben könnten, sich zu melden.

Gerüchte, wonach die 26-Jährige beim Fotografieren abgestürzt sein könnte, bestätigt die Polizei nicht. "Wir konnten das Handy noch nicht genauer untersuchen und wissen nicht, ob sie vor dem Vorfall Fotos oder etwas anderes gemacht hat", erklärt Kranebitter.

Trauer in sozialen Netzwerken

Der Tod von Kadic sorgte auch in den sozialen Netzwerken für Trauer. Ex-Miss-Austria Patricia Kaiser schrieb etwa auf ihrer Facebook-Seite: "Warum!? Diese Frage hab ich mir schon zu oft gestellt ... Es gibt keine Erklärung, nur den Trost, dass ich eine unvergessene Zeit mit dir erleben durfte! Danke wundervoller Engel, im Herzen wirst du immer bei uns sein." Philipp Knefz, Mister Austria 2013, postete: "In einer solchen Situation würdest du es als letztes gut heißen, in Trauer zu versinken. Aber natürlich bin ich traurig und sitze mit Tränen vor meinem Computer. Liebe Ena, du schaust von oben auf uns herab!"

Auch bei derMiss Austria Cooperation zeigte man sich betroffen. "Wir stehen noch immer unter Schock und müssen in tiefer Trauer von unserer Miss Austria 2013 Ena Kadic Abschied nehmen. Ihre Herzlichkeit, ihre Schönheit und ihre Begeisterung wird uns und unseren Missen immer in Erinnerung bleiben", hieß es in einer Stellungnahme.