© Jennifer Hatlauf

Chronik Österreich
05/13/2021

Die Rückkehr der Raubtiere nach Österreich

Ansiedlungsprojekte der Luchse sind in Österreich erfolgreich. Der Goldschakal (Bild) hat seinen Weg alleine zurückgefunden.

von Teresa Sturm

Spricht man von den großen Beutegreifern und deren Vorkommen, wird meist der Wolf zuerst genannt. Oft als Feind der Landwirte bezeichnet, weil immer wieder Nutztierrisse vorkommen, polarisiert er am meisten. Doch auch der Luchs, der Goldschakal und die Wildkatze sind in Österreich auf dem Vormarsch.

Das bedeutet bei scheuen Tieren wie dem Luchs erhebliche Anstrengungen, sagt Christian Pichler, Artenschutzexperte der Naturschutzorganisation WWF. Derzeit gibt es drei heimische Luchsbestände. „Der Luchs war genauso wie der Wolf in vielen Gebieten ausgerottet. Der Wolf hat es alleine geschafft, seinen Lebensraum zurückzuerobern“, sagt Pichler. Luchse habe man über Aussiedlung in den Alpenraum zurückgebracht. „In Österreich, Slowenien, der Schweiz, in Bayern und Tschechien wurden sie freigelassen“, sagt Pichler. Das Vorkommen einiger Tiere im Westen ist eine Folge der sich langsam ausbreitenden Population in der Ostschweiz. Auch im Norden des Landes gibt es eine Population. Davon konnten zuletzt 23 Luchse in Österreich nachgewiesen werden, heißt es beim WWF. Eine große Gefahr ist die genetische Verarmung der Tiere. Ist der Genpool zu klein, würden Luchse früher sterben oder unfruchtbar sein, sagt Pichler.

Es gibt viele Initiativen, die sich dafür einsetzen, dass sich bedrohte Tierarten wieder ansiedeln. Doch die unterschiedlichen Arten nachzuweisen, ist gerade bei scheuen Tieren wie dem Goldschakal nicht so einfach. Ein Überblick:

 

Wolf: Das einzige derzeit bestätigte Wolfsrudel ist jenes am Truppenübungsplatz Allentsteig im Waldviertel. Vor einigen Jahren waren es noch drei. In Österreich wurden auch immer wieder Einzelnachweise bestätigt. Derzeit geht die Naturschutzorganisation WWF von rund 40 Tieren aus.

Luchs: Derzeit gibt es drei heimische Luchsbestände. Das Vorkommen einiger weniger Tiere in Vorarlberg und Tirol ist eine Folge der sich langsam ausbreitenden Population in der Ostschweiz. Im Norden des Landes hat Österreich Anteil an der böhmisch-bayerisch-österreichischen Population.

Goldschakal: Den Goldschakal nachzuweisen sei wahnsinnig schwierig, sagt Expertin Jennifer Hautlauf. Einzelsichtungen gab es in den vergangenen Jahren einige. Vor allem im Grenzgebiet Burgenland-Ungarn, Niederösterreich-Burgenland-Slowakei und in der Südsteiermark ist das Tier auf dem Vormarsch.

Wildkatze: Der Nationalpark Thayatal gilt als Wiege der Europäischen Wildkatze in Österreich. Seit 2007 wurde hier mehrmals die scheue Waldbewohnerin ausgeforscht. Auch die Wachau tappte das Tier immer wieder in Fotofallen. Noch vor 150 Jahren war die Katze in Europa weit verbreitet.

Das Problem gibt es beim Wolf nicht. Seit 2015 lebt auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig ein Rudel. Seit 2016 wurde jedes Jahr ein Wurf mit mindestens sechs Jungtieren gesichtet.

Österreichweit kritisiert der WWF jedoch immer wieder das „lückenhafte Monitoring“. Um die aktuelle Datenlage erfassen zu können, brauche es mehr Mittel, sagt Pichler. Nur so könne man sehen, wie der aktuelle Zustand der Population ist. Zudem könne man präventiv besser arbeiten, wenn ein bestimmter Wolf immer wieder Probleme verursacht.

Der scheue Goldschakal

Eng mit dem Wolf verwandt ist der Goldschakal. In den vergangenen Jahren konnte er immer häufiger auch in Österreich nachgewiesen werden. Das sei jedoch „nicht einfach“, wie Jennifer Hatlauf vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien sagt, „da die Tiere sehr scheu sind“.

Grundsätzlich gehe es dem Schakal in Österreich gut, sagt Hatlauf: „Er hat genug Versteckmöglichkeiten. Nahrung ist wichtig und davon gibt es in Österreich sicherlich genug. Die Zahlen in Europa steigen und in immer neuen Gebieten tauchen Goldschakale auf.“

Doch der Aufwand, Schakale zu bestätigen, ist enorm. Dafür nutzt Hatlauf unter anderem akustische Stimulation: „Ein spezieller Ruf wird laut abgespielt. Wenn eine Gruppe von Goldschakalen im Gebiet ist, reagiert sie. So kann man ihre Anwesenheit bestätigen“. Allerdings findet sie bei rund 100 Versuchen nur etwa eine Gruppe, deshalb sind Fotofallen ebenso im Einsatz und Meldungen aus der Bevölkerung werden hinzugezogen.

Bei der Wildkatze, deren Hotspot im Nationalpark Thayatal liegt, arbeitet man ebenso mit Fotofallen. So konnte man das Tier auch in der Wachau nachweisen. Seit Jänner mehren sich nun wieder die Nachweise. Die Wanderrouten der Katzen werden derzeit erforscht.

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